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  • Das Playboy Interview mit Bully(03/02)

  • Bayrischer Filmpreis für Bully (01/02)

  • Auszeichnung aus Österreich (02/02)

  • Bully bei Koschwitz (07/01)

  • Meine Fotos von Bully 2001

  • Bayern 3 interviewt Bully 1999

  • Bully´s Erfolg 1992 bis 1998)

  • Premierenfotos von citybeat.de 

  • Bully bei "Zimmer frei" im WDR 

  • Bilderserie "Bully fliegt ins All"


  • VITA

    Stand (08/04)

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    Auszeichnungen (Auswahl)

    Stand (08/04)

     

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    Woher bekomme ich

    ein Autogramm von Bully?

      Sende einen frankierten Umschlag an:

    herbX medienproduktion GmbH
    Autogramm Bully
    Schleißheimerstr. 6 - 10        80333 München


    Discografie 

    • Ahoi Gaby ( mit Langemann)
    • Tracht Prügel ( auch noch mit Langemann)
    • Die Bayerncops
    • Brinksteins Firma
    • Gelb (Maxi CD)
    • Das Tapetenlied  (Maxi CD)
    • 1998 Comedy-CD Feines Fressi
    • 2000 Rumpelstilzchen Rap  (Maxi CD)
    • 2001 Comedy CD "Unser (T)raumschiff"
    • 2001 Hörspiel zu "Der Schuh des Manitu"
    • 2002 "Welcome to the Fabulous bullyparade"
    • 2002 Do the Tomahawk-a-lula! Grauer Star (Maxi-CD)
    • 2004 "Space Taxi" (Maxi-CD)
    • (T)Raumschiff Surprise Periode1 - Soundtrack
    • (T)Raumschiff Surprise Periode1 - Die Songs
    • (T)Raumschiff Surprise Periode1 - Das Hörspiel

    Hörfunk-Comedy-Serien seiner Firma HerbX

    • Gunnar flippt aus
    • Holgis kleine Zeitreise
    • Die Männer von Isar 3
    • Rick Rubenbauer privat
    • Unser Traumschiff
    • Munich Airport Tower

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    Fest mit Familie, Baum und Bambi

    dpa
    Ihre Welt ist die der Blitzlichtgewitter, der roten Teppiche und der Terminhetze: Zu Weihnachten lassen es deutsche Stars wie Jan Ullrich, Sibel Kekilli oder Michael "Bully" Herbig ruhiger angehen.

    Besinnliche Lieder statt eigener Konzerte, Würstchen und Kartoffelsalat statt luxuriöser Buffetts und bei  manchem vielleicht auch roter Mantel und Rauschebart statt Abendgarderobe - Feiern im Kreis der Familie und der Lieben stehen bei den meisten Prominenten auf dem Wunschzettel.

    Auch die Moderatorin und Entertainerin Barbara Schöneberger (30) sehnt beschauliche Tage herbei. "Ich feiere wahrscheinlich mit meinen Eltern im ganz kleinen Kreis." Kollegin Aleksandra Bechtel (32) freut sich ebenfalls auf die Feiertage, hofft jedoch, "dass es schnell vorbei ist", um dann endlich in den Skiurlaub aufbrechen zu können.

     
    Michael Herbig
     

    Sky Du Mont, Schauspieler und Bösewicht aus dem Erfolgsfilm "Der Schuh des Manitu", wünscht sich einfach nur, "dass es so weitergeht, wie bisher".

    Ruhiger dürfte es da wahrscheinlich bei Comedian und "(T)Raumschiff Surprise Periode Eins"-Regisseur Michael Herbig (36) unter dem Christbaum zugehen. "Ich feiere Weihnachten einfach mit meinem Bambi", sagte er in Anspielung auf den Medienpreis, der im kürzlich verliehen wurde.

     

    Der Comedypreis 2004... geht an "Michael Bully Herbig"


    Bei der Verleihung des Deutschen Comedy Preises ist Emil Steinberger ein Preis für sein Lebenswerk verliehen worden. Michael "Bully" Herbig ist als bester Comedian ausgezeichnet worden.

    Beste Comedy-Serie wurde die "Familie Heinz Becker" (ARD). Die Preise für die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler in einer Comedy-Serie nahmen in der von RTL ausgestrahlten Preisverleihung Wolke Hegenbarth ("Mein Leben & Ich"/RTL) und Ingo Naujoks ("Bewegte Männer"/Sat.1) entgegen.

    Den Sonderpreis der Jury bekam das Team der RTL-Sendung "7 Tage - 7 Köpfe", das allwöchentlich seit 9 Jahren seine Spässe mit tagesaktuellen Themen treibt. Ende September wurde die 250. Sendung produziert. Die Sendung sei die "Mutter aller Panel-Shows", zitierte Laudator Hape Kerkeling aus der Begründung der Jury.

    Emil Steinberger bekam den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Ottfried Fischer hielt die Lobesrede auf den Kabarettisten, der in den siebziger und achtziger Jahren mit seinem hintersinnigen Schweizer Humor eine grosse Fangemeinde in der Schweiz, Deutschland und in Frankreich zum Lachen brachte.

    "Seine Gags sind Kulturgut", sagte Fischer. "Emil hat meine Jugend mit seiner Komik begleitet. Er ist der Grund, warum wir die Schweiz lieben - und das hat noch nicht einmal Ricola geschafft."

    Michael Bully Herbig erhält zwei Auszeichnungen beim Comedy Preis

    Michael Bully Herbig ist zum witzigsten Mann Deutschlands geehrt worden. Beim Deutschen Comedy Preis erhielt er zwei Auszeichnungen. Eine erhielt er in der Kategorie 'bester Comedian', die andere für die 'beste Kino-Komödie'. Freuen konnten sich auch die Teammitglieder von Bully: Denn den Preis 'beste Kino-Komödie' gab es für den Film '(T)Raumschiff Surprise - Periode 1'. Der Comedy Preis wurde bereits am Mittwoch verliehen. Atze Schröder moderierte den Abend. Andere Preisträger waren unter anderem Michael Mittermeier 'Beste Live Comedy', 'Familie Heinz Becker' als beste Comedy-Serie und Kabarettist Emil Steinberger aus der Schweiz erhielt die Ehrenauszeichnung.

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    Der Sommerhit in den deutschen Kinos: "(T)Raumschiff Surprise".
    Die Erfinder des "Moorhuhns" haben das Computerspiel zum Film entwickelt.


    "Bully" rettet "Moorhuhn"

     2. August 2004

    Regisseur Michael "Bully" Herbig hat es mal wieder geschafft: Nach einem Bombenstart ist sein neuer Film "(T)Raumschiff Surprise" auf einem gutem Weg, den Erfolg vom "Schuh des Manitu" zu wiederholen. Von einem Erfolg der Komödie profitiert auch das Bochumer Softwarehaus Phenomedia.
     
    Die Erfinder des "Moorhuhns" haben das Computerspiel zum Film entwickelt. Ein Lichtblick für den ehemaligen New-Economy-Star, der sich gerade aus der Insolvenz befreit hat.
     
    Seit dem Kinostart können Computerspieler die Abenteuer der schwulen Weltraum-Reisenden auch auf dem PC-Monitor nachempfinden. Die Kulissen im Spiel sind originalgetreu dem Film entsprungen und auch die Stimmen kommen von den "T(R)aumschiff"-Schauspielern selbst: Herbig und seine Kollegen haben die Dialoge extra eingesprochen. Der Spieler steuert Captain Kork, Schrotty und Mr. Spuck durch die Szenen, muss Rätsel lösen, lustige Konversationen führen und Gegenstände finden. Die Aufgaben passen zum Film: So ist gleich zu Beginn eine "warme" Tanznummer für eine Miss-Wahl zu proben.
     
    "Wir waren sehr stolz, das Spiel als insolventes Unternehmen entwickeln zu dürfen", sagt Phenomedia-Sprecher Tom Putzki. Das Konzept der Spieleschmiede hatte Herbigs Produktionsfirma Herb-X am besten gefallen. "Wir hoffen nun, mindestens 100  000 Exemplare zu verkaufen", sagt Putzki. Das wäre ein Erfolg versprechender Einstieg in den lukrativen Markt der Film-Umsetzungen.
     
    Die Insolvenz zu überleben war für Phenomedia lange kaum denkbar: Schulden in zweistelliger Millionenhöhe, sechs wegen Bilanzbetrugs angeklagte Manager und zahlreiche ums Geld gebrachte Aktionäre drückten zwei Jahre lang erheblich aufs Kontor. "Das kann sich niemand vorstellen, der das nicht mitgemacht hat", resümiert Putzki die Insolvenzphase. Geschäftsführer Klaus Forch stellt rückblickend fest: "Wir hatten eigentlich keine Chance".

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    "Das war eine mentale Erektion"

    Stern Juli 2004 

    Wenn ich durch die Kontrolle am Flughafen gehe und "Hallo" sage, brechen die Leute vor Lachen zusammen" 

    "Der Schuh des Manitu" machte ihn zur Nummer eins, jetzt kommt "(T)Raumschiff Surprise". Bully Herbig über Frühwerk, Wehrdienst und vulgäre Vulcanetten.



    stern: Herr Herbig, große Humoristen sind in der Regel von Schwermut gezeichnet. Welches Unglück ließ Sie komisch werden?
    Bully Herbig: Ich bin nicht wie viele berühmte Kollegen aus Notwehr komisch geworden. Ich war eher schmächtig als zu dick, ich hatte kaum Pickel, und die Pubertät hab ich irgendwie verpasst. Ich empfand irgendwann Spaß daran, dass andere mich spaßig finden. Da war auch viel unfreiwillig Komisches dabei, wie heute noch. Wenn ich durch die Kontrolle am Flughafen gehe und "Hallo" sage, brechen die Leute vor Lachen zusammen. Ich habe mir schon abgewöhnt "Servus" zu sagen, weil dann immer sofort die Bude brennt. 

    Wann spürten Sie zum ersten Mal, dass andere Menschen Sie komisch finden?
    In der fünften Klasse ging es im Geschichtsunterricht um irgendwelche öden Königshäuser. Da habe ich den Lehrer aus purer Verzweiflung gefragt: "Wollen wir das nicht mal als Theaterstück nachspielen?" Obwohl ich meine Rolle eines reitenden Boten ernst angelegt hatte, war ich der Trottel, der die Riesenlacher bekam. Die Klasse tobte, und auf einmal wollte uns die ganze Schülerschaft sehen. Unser Klassenzimmer war jedes Mal überfüllt. Vorne saßen die Kids auf dem Fußboden, dahinter auf Bänken und Stühlen die Älteren, so richtig tribünenmäßig. Auf dem Schulhof riefen mir die Leute zu: "Hey, Bote!" Heute rufen sie: "Hey, Bully!" Viel hat sich also nicht geändert.

    Irgendwie die Pubertät verpasst": Herbig beim stern-Fotoshooting auf der Hamburger Reeperbahn 

    Hat Ihr Erfolg Sie angefixt?
    Es war ein Schlüsselerlebnis: Was für ein großartiges Gefühl, wenn du andere Leute unterhalten kannst! Ich dachte: "Du hast zwei Alternativen - Fußballweltmeister oder den Oscar." 

    Waren Sie der Klassenclown?
    Ich fürchte ja. Ich habe schon als kleines Kind vor Publikum in der Badewanne Otto-Platten nacherzählt. Mit acht war ich riesiger Elvis-Fan. Hätte es damals schon Casting-Shows für Kinder gegeben, wäre ich da als Deutschlands jüngster Elvis-Imitator hingegangen. Mein größter Glücksfall war ein Nachbarjunge, der mir mit 14 seine Videokamera lieh.

    Wie sahen Ihre Filmchen aus?
    Dogma. Wenn heute die Skandinavier behaupten, sie hätten Dogma erfunden, kann ich nur sagen, ich habe das schon vor 20 Jahren gemacht: mit der Videokamera rein in den Wald, kein Licht, kein Ton, keine professionellen Schauspieler, einfach nur Blätter im Wind. Ich war immer schon Autorenfilmer.

    Mit 19 wurden Sie Soldat. Warum?
    Ich bin weder Patriot noch Pazifist. Ich dachte: "Augen zu und durch, der Zivildienst würde drei Monate länger dauern." Mein Job war, einen Leutnant durch die Gegend zu fahren. Mein Iltis war das mickrigste und madigste Fahrzeug der gesamten Armee. Mit diesem Popel-Jeep bist du 80 auf der Autobahn gefahren, und alles hat gewackelt. Das Erniedrigendste war, wenn bei Übungen die Amerikaner mit ihren breiten Jeeps ranrauschten. Gegen diese Hammerdinger warst du mit deinem schlappen Diesel der Fool. Meinem Leutnant erzählte ich öfter: "Der Iltis macht so komische Geräusche. Ich sollte mir lieber mal den Motor angucken." Dabei habe ich nicht den blassesten Schimmer von Autos. Es war super: Der Iltis stand in der Halle, ich habe mich drunter abgelegt, und wenn einer reinkam, habe ich irgendwo gegengeklopft.

    "Ich habe schon als kleines Kind vor Publikum in der Badewanne Otto-Platten nacherzählt" 

    Waren Sie der Schrecken der Kompanie?
    Als mir die Übungen etwas überhand nahmen, habe ich dem Leutnant angeboten, einen Film über die Truppe zu machen. Das fand der super, und ich bekam von der Pionierschule eine Videoausrüstung. Ich habe dann bei der nächsten Übung gefilmt und bekam zwei Wochen frei für den Schnitt. Wenn man so möchte, war das meine erste Eigenproduktion. 

    War die wehrkraftzersetzend?
    Stilistisch sieht der Film aus wie ein Werbespot für die US-Army. Komisch wird die Sache, weil die Gestalten, die da herumlaufen, halt keine Marines sind, sondern Wehrpflichtige, auch mal mit Bierflasche in der Hand. Wenn du das dann noch mit "Indiana Jones"-Musik unterlegst, ist das einfach lustig. Aber auch dieser Film von mir wurde missverstanden, und mein Leutnant belobigte mich.

    Sie wurden sogar zum Schlachtenmaler ernannt.
    An den Toilettenwänden der Kaserne hingen große Papierbahnen, damit die Soldaten da was hinschmieren konnten, ohne die Kacheln zu schädigen. Für mich war das natürlich eine willkommene Gelegenheit, den Leutnant zu malen - als Comic-Figur. Eines Morgens beim Antritt sagte der Leutnant: "Wer malt mich da seit Tagen auf dem Klo?" Ich dachte: "Scheiße, Scheiße, jeder hier weiß, dass du das bist!" Ich habe mich dann halt gemeldet. Alle guckten mich an. Der Leutnant trat an mich heran und sagte: "Herbig! Wir bräuchten da so ein großes gemaltes Bild für den Truppenübungsplatz. Können Sie das für uns herstellen?" Ich: "Jawohl, Herr Leutnant!" Ich habe dann zwei Wochen nur gemalt.

    Nach der Bundeswehr bewarben Sie sich an der Münchner Filmhochschule - vergebens.
    Das war ein Schock. Wie ein plötzlicher Schlag ins Gesicht. Man bekam einen Eifersuchtsdialog zwischen Mann und Frau und sollte dazu das Exposé für einen Film schreiben. Ich habe die Story in die Zukunft verlegt. Der Mann wird mit Medikamenten in Trance versetzt und an einen Wahrheitscomputer angeschlossen. Während er von der Frau verhört wird, spuckt der Computer die wirklichen Ereignisse aus. Ich war fest davon überzeugt, dass das genial ist - und wurde noch nicht mal zum Gespräch eingeladen. Das war irrsinnig enttäuschend für jemanden, der mit zwölf weiß, was er machen will, und deshalb Mathe kontinuierlich links liegen lässt. 

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    Michael «Bully» Herbig fand sogar seine Hochzeit komisch

    München (dpa) - Comedy-Star und Filmregisseur Michael «Bully» Herbig hat erstmals Details über seine geheim gehaltene Hochzeit preisgegeben. Bei der Eheschließung mit seiner Freundin Daniela im vergangenen Jahr seien nur neun Leute dabei gewesen, sagte Herbig der Illustrierten «Bunte». Die Feier sei «sehr komisch» gewesen, weil er schon viele Sketche über Hochzeiten gedreht habe. «Wir kommen da rein und ich habe wirklich gedacht, ich bin im Sketch», sagte Herbig.


    "Mich halten viele für bekloppt"

    Erst der Western-Ulk, jetzt die Science-Fiction-Parodie: Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller Michael "Bully" Herbig sprach mit SPIEGEL ONLINE über Humor, Lichtgeschwindigkeit und seinen neuen Film "(T)raumschiff Surprise"

    Mr. Spuck (Herbig; l.), Schrotty (Rick Kavanian; M.), Käpt'n Kork (Christian Tramitz): Abgehobene Späße im All
    Mr. Spuck (Herbig; l.), Schrotty (Rick Kavanian; M.), Käpt'n Kork (Christian Tramitz): Abgehobene Späße im All
    SPIEGEL ONLINE: Herr Herbig, am Donnerstag kommt Ihr neuer Film ins Kino. Zu sehen gab es bis zur Premiere allerdings nur den ersten Akt von "(T)raumschiff Suprise - Periode 1". Warum haben Sie ihn der Presse nicht schon früher gezeigt?

    Michael Herbig: Ich bin schon letzten Sommer gefragt worden, zwei Wochen nach Ende des Drehs, wann der Film kommt. Vor drei Monaten ging es dann los mit der Langzeitpresse. Es leuchtet mir ein, dass man den Leuten, die etwas schreiben wollen, etwas zeigen muss. Wir haben aber nicht aktweise gearbeitet, sondern erst an den aufwendigen Geschichten. Das heißt, es war kein Akt fertig. Ich wollte aber auch keinen Zusammenschnitt aus allen Akten machen, weil es dann geheißen hätte: Er hat einfach die besten Szenen zusammengeschnitten. Also haben wir den ersten Akt fertig gestellt. Das war mit Kosten verbunden, aber wir bekamen auch ein Gefühl für Timing und Tempo des Films. Peter Jackson hat einmal einen tollen Satz gesagt: "Meine Aufgabe ist es, einen schönen Film zu machen, und nicht, mich an Termine zu halten."

    SPIEGEL ONLINE: Böse Zungen könnten behaupten, Sie wollten den Film absichtlich nicht zeigen, um sich vor schlechten Kritiken zu schützen. Offiziell heißt es wiederum, es gäbe im dritten Akt einige Überraschungen, die geheim bleiben sollten. Was ist der wahre Grund für die Geheimniskrämerei?

    Herbig: Im Grunde spielen da drei Faktoren eine Rolle: Erstens, die Produktion. Zweitens, selbst wenn der Film fertig gewesen wäre, hätte ich den letzten Akt nicht gezeigt. Es wäre jammerschade, wenn man vorher alles verrät. Ich gehe wahnsinnig gerne ins Kino, für mich war das als Kind schon ein Ereignis, und ich will den Zuschauern nicht den Spaß verderben. Drittens, und da ist vor allem der Verleih besorgt, die Piraterie. Beim "Schuh des Manitu" war der Druck noch nicht da. Wir waren sehr naiv und haben halbfertige Sachen verschickt. Das Video ging an alle Abteilungen, Kopierwerk, Sounddesign, Mischung - und drei Monate vor dem Start stand der Film im Netz.

    SPIEGEL ONLINE: "Der Schuh des Manitu" gehört zu den erfolgreichsten deutschen Filmen, hat das Publikum aber auch polarisiert. Die einen lachten sich tot, die anderen wandten sich schulterzuckend ab. Finden Sie sich selbst eigentlich witzig?
    Sky du Mont (l.) als Herzog William der Letzte, Til Schweiger als Rock: "Alltag einer Mädchen-WG"
    Sky du Mont (l.) als Herzog William der Letzte, Til Schweiger als Rock: "Alltag einer Mädchen-WG"
    Herbig: Mich halten viele für bekloppt, weil ich bei meinen eigenen Sachen lache. Ich kann mich auch über die Figuren, die ich darstelle, amüsieren, weil ich mich erstaunlicherweise in denen gar nicht wiedererkenne. Ich sehe mich auch nicht groß als Schauspieler. Ich gehe ja nicht auf die Bühne und gebe den Mephisto. Aber Sissi zum Beispiel, die kriege ich hin.

    SPIEGEL ONLINE: Im "Schuh des Manitu" spielen sie den tuntigen Apachenhäuptling Abahachie, jetzt haben sie die Rolle des schwulen Mr. Spuck übernommen, Crewmitglied auf dem "(T)raumschiff Surprise". Was prädestiniert Sie für solche Charaktere?

    Herbig: Ich bin eine Vulcanette, und die kommen schon beleidigt auf die Welt. Deshalb fressen die sich auch so einen Kummerspeck an. Ich habe für den Film extra zugenommen, "massive acting" nennt sich das. Aber ich mache keinen Unterschied, ob ich einen Studenten spiele, oder Mitglieder einer Mädchen-WG. Darum geht es ja übrigens in dem Film: um den Alltag einer Mädchen-WG. Nicht, dass das wieder jemand mit einer Komödie verwechselt - das ist mir mit dem "Schuh des Manitu" auch schon passiert.

    SPIEGEL ONLINE: Erst ziehen Sie die alten Winnetou-Filme durch den Kakao, nun knöpfen sie sich "Raumschiff Enterprise" und "Star Wars" vor. Wollen Sie ein deutsches Parodie-Genre erfinden?

    Herbig: Das Lustige ist - und das war auch schon beim "Manitu" der Fall -, dass die Leute aus dem Film kamen und sagten, die und die Szene stammt aus dem und dem Film. Die Leute gehen mit dem Bewusstsein ins Kino, dass sie eine Parodie sehen, und dann wird überall das Zitat gesucht. Dabei weiß ich gar nicht, ob "(T)raumschiff" überhaupt eine Parodie ist. Das ist doch eher ein Bewerbungsfilm für den Physik-Nobelpreis, wegen der Zeitreise.

    SPIEGEL ONLINE: Und wie sind dann die ganzen Anspielungen und Zitate in Ihren "Bewerbungsfilm" geraten?

    Herbig: Wenn man ein Genre konsequent bedienen will, dann kommt man auf diese Sachen. Zum Beispiel heißt ein Logbuch dann eben Lockbuch. Oder die Nummer mit den Namensschildern: Blickfeld, Reisfeld, Baumfeld. Wir haben das Drehbuch vor zwei Jahren geschrieben und nach einem Namen gesucht, den man mehrfach verändern kann. Und sind auf die Endung ...feld gekommen. Erst später haben wir festgestellt, dass es da einen Rumsfeld gibt und die Präsidentenberaterin Rice heißt.

    SPIEGEL ONLINE: Ein Space-Taxi kurvt auch durch Luc Bessons "Das fünfte Element"...

    Herbig: Reiner Zufall. Die Helden stehen im Beambereich, der Beamer ist kaputt - und was macht man da? Man bestellt sich ein Taxi.

    SPIEGEL ONLINE: Nicht ganz so leicht erschließt sich Ihr Umgang mit Namen. Eine Figur zum Beispiel heißt Prinzessin Metapha. Wieso eigentlich?
    Marstruppenkommandeur (Andreas Seifert; l.) und Lord Jens Maul (Rick Kavanian): Mit Mopsgeschwindigkeit zum Erfolg
    Marstruppenkommandeur (Andreas Seifert; l.) und Lord Jens Maul (Rick Kavanian): Mit Mopsgeschwindigkeit zum Erfolg
    Herbig: Am Anfang brachte die Figur in jedem zweiten Satz ein rhetorisches Klischee, Wendungen wie: Da müssen wir die Kuh vom Eis bringen. Dann dachten wir irgendwann, Mann, ist das blöd, und haben alles wieder rausgeschmissen - bis auf den Satz: Wir können den Sand nicht in den Kopf stecken. Der flachste Spruch von allen, dazu stehe ich. Aber einer musste sein, damit der Name gerechtfertigt bleibt.
    SPIEGEL ONLINE: Und was hat es mit der "Mopsgeschwindigkeit" auf sich?
    Herbig: Die hat Dr. Ferdinand Mops entwickelt.
    SPIEGEL ONLINE: Natürlich.


    Herbig: Das wird in dem Buch "Hintergründe, Thesen, Analysen" erklärt.

    SPIEGEL ONLINE: Der Einfachheit halber: Bitte klären Sie uns auf.

    Herbig: Wenn man mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist, ist das sehr problematisch. Weil sich die Lichtteilchen im Scheinwerfer stauen und der dann explodiert. Und wenn man ohne Licht im All unterwegs ist, besteht akute Gefahr - es kommt dauernd zu Auffahrunfällen. So kam man auf die Mopsgeschwindigkeit. Sie beträgt nämlich genau 0,9888 Endlosschleifchen-Lichtgeschwindigkeit. Da kann dann nichts passieren.

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    Wovor Bully Angst hat

    Dagmar Berghoff, Hänsel und Gretel: Der mächtigste Mann des deutschen Films verrät, warum er diese Personen fürchtet - und wer sein wahres Vorbild für "Der Schuh des Manitou" war.

    Michael "Bully" Herbig hat ein traumatisches Verhältnis zu Ex-Tagesschau-Sprecherin Dagmar Berghoff. Elvis-Fan Bully erfuhr 1977 aus der Tagesschau vom Tod des King. "Seitdem habe ich immer Angst, wenn ich Dagmar Berghoff sehe", gestand er in der BRIGITTE. Auch von "Hänsel und Gretel" bekam er als Kind Albträume, so dass seine Mutter ihm die Hörspiel-Kassette schnell wieder wegnehmen musste.

    Die wichtigste Identifikationsfigur des Kult-Filmemachers, der mit der Winnetou-Persiflage "Der Schuh des Manitu" berühmt wurde, war übrigens keineswegs Winnetou, sondern Wickie - für Herbig "der Held meiner Kindheit". Vom Tod Winnetous erfuhr der damals Sechsjährige aus dem Fernsehen. Er brauchte allerdings 20 Jahre, bis ihm klar wurde, dass es sich bei dem berühmten Indianer nur um eine literarische Figur handelte.

     

    Angst -  Werden meine Augenbrauen nachwachsen?

            Für seine Rolle in '(T)Raumschiff Surprise' musste sich der Schauspieler, Filmemacher und Leiter der Bullyparade die Augenbrauen abrasieren. Er traute sich nicht einmal auf die Straße: 'Meine größte Panik war, dass sie nicht mehr nachwachsen' so Bully. Jetzt ist wieder alles in Butter und man kann Bully, wenn man Glück hat, wieder auf der Straße begegnen.

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    Bully will den Physik-Nobelpreis

     Endlich! Ein ernstes Gespräch mit Deutschlands erfolgreichstem Filmautor, der sich allerdings schon auf der Startrampe seines neuen Kinostücks „(T)Raumschiff Surprise“ befindet. Michael Herbig, als Bully schon im Fernsehen zu einiger Berühmtheit gekommen, ist derzeit der erfolgreichste deutsche Kinoregisseur – sein zweiter Film, „Der Schuh des Manitu“, ist einer der größten deutschen Kinoerfolge, Nummer drei steht also unter einigem Erwartungsdruck. Am Donnerstag hebt „(T)Raumschiff Surprise: Periode 1“ bundesweit ab

    SZ „(T)Raumschiff Surprise“ spielt ja gar nicht nur in der Zukunft, Sie reisen ja  fleißig durch die Jahrhunderte.

    Herbig   Genau. Wir verlassen irgendwann das Jahr 2304 und treten dann eine   Zeitreise an. Diese Thematik kam mir sehr entgegen, weil ich das sehr  spannend finde und mittlerweile auch weiß, wie das geht.

    SZ:   Das ist ja großartig. Wenn wir also hier eine Frage vergessen, können wir   einfach an den Anfang der Unterhaltung zurückreisen und es noch malversuchen ...


    Herbig   Ja, genau. Ich eröffne in der Zukunft sowieso ein Zeitreisebüro. Das Problem ist,  dass der Besitz von kleinen Mengen von Zeitreisemaschinen erlaubt sein wird, der  Gebrauch und das Dealen mit Zeitreisen aber bleibt illegal. Das muss man    natürlich wissen. Ich finde auch das Mittelalter spannend, deswegen also dieser  Mittelweg, auf dem man mit Budget und Möglichkeiten jongliert.

    SZ   Dass die drei Helden im Mittelalter landen, liegt natürlich daran, dass sie sich erst   mal verfahren.

    Herbig:    Was will man denn auch machen mit einer halbfertigen Zeitmaschine, die noch nie  getestet wurde? Die erste Frage ist: Wer ist so mutig, die auszuprobieren? Die   zweite Frage: Wer ist so blöd?

    SZ  Hatten Sie die Idee mit dem Mittelalter schon, bevor Michael Crichtons Roman  „Timeline“ in aller Munde war?

    Herbig   Das ist sehr lustig, dass Sie das sagen. Bislang hat das noch keiner gefragt. Ein ausgezeichnetes Buch. Glauben Sie mir oder nicht: Als wir mit dem Dreh fertig  waren und ich im August in Flitterwochen fuhr, habe ich „Timeline“ gelesen und habe mir gedacht: Das gibt’s doch nicht. Zeitreise. Schwarzer Ritter. Lanzenturnier.    Oh mein Gott. Das ging mir bei „Schuh des Manitu“ genauso, da haben die Leute auch immer Bezüge gesehen zu Filmen, die ich gar nicht kannte. Sobald man in   ein Genre eintaucht, ist es symptomatisch, dass man Romane und Filme touchiert  auf dieser Spielwiese. 

    SZ     „Timeline“ zu nehmen und nicht nur „Star Trek“ und George Lucas, das ist doch   wunderbar – sehr originell!

    Herbig   Das können wir ja jetzt auch gern behaupten, dass wir das mit Absicht gemacht    haben. Vielleicht wird dann auch vieles verständlicher. „Der Schuh des Manitu“    wurde beispielsweise dauernd mit einer Komödie verwechselt. Das war ja aber in   erster Linie ein Aufklärungsfilm, und ich wollte, dass der irgendwann mal an den    deutschen Schulen gezeigt wird. Mit „(T)Raumschiff Surprise“ strebe ich den Nobelpreis für Physik an. Wir setzen uns mit Zeitreisen, Quantentheorie,   Paralleluniversen, Wurmlöchern auseinander. Ich denke, wir lassen ihn schwedisch   untertiteln und schicken ihn nach Stockholm.

    SZ   Bisher wollten Sie aber doch eigentlich als Autorenfilmer gesehen werden ...

    Herbig   Ein demokratischer Autorenfilmer. „(T)Raumschiff Surprise“ ist ja quasi der erste   demokratisch gewählte Film. Die Internetabstimmung über das Thema, das war ja  ein toller Marketingtrick. Aber eigentlich wusste ich nach „Manitu“ nur nicht, was ich   auf die Frage antworten soll, was als nächstes kommt, ich hatte noch gar nicht   verarbeitet, was da passiert war – und dann habe ich geantwortet: Ich lass  abstimmen. Das hat sich verselbstständigt, ich kam aus der Nummer nicht mehr raus – und ich habe nur noch hoffen können, dass es nicht „Sissi – Wechseljahre  einer Kaiserin“ wird. Nichts gegen das Kleid, das trage ich auch privat, aber die    Perücke? Das hätte anstrengend werden können. Und ich hatte auch etwas Angst    vor einer Liebesszene mit Christian Tramitz.

    SZ     Hatten Sie denn schon mal Ärger mit der schwulen Gemeinde? Oder überwiegen  da die Fans?

    Herbig   Ärger gab’s nie. Im Gegenteil. Wir bekommen sensationelles Feedback. Es gibt  zwei Reaktionen. Die einen sagen „Ich schmeiß’ mich weg!“ und die anderen   meinen augenzwinkernd „Des is ja total übertrieben“. Es ist wie immer eher eine    Frage des Humors.

    SZ       Um sich als Autorenfilmer zu profilieren, hätten Sie vielleicht was in der Art von  „Außenseiterbande“ oder „Jules und Jim“ zur Abstimmung stellen sollen.

    Herbig   Irgendwann drehe ich sowieso einen Arthouse-Film. Er wird „Metapher“ heißen, ich  dreh ihn auf französisch mit tschechischen Untertiteln, Frauen mit langen   Achselhaaren rühren sehr lang im Kaffee, und irgendwann, das wird eine große Herausforderung für einen Schwarzweißfilm, fährt ganz langsam ein rotes Auto   durchs Bild.

    SZ      Jetzt stellen Sie aber Ihr Licht unter den Scheffel ... Ihr Zugang zum Filmemachen  war doch eigentlich ganz seriös. Haben Sie nicht schon als Kind angefangen, sich  Hitchcock daraufhin anzuschauen, wie er gearbeitet hat?

    Herbig   Der erste Hitchcock-Film, den ich wenigstens durch einen Türspalt erahnt habe –  ich durfte sowas ja früher nicht gucken –, war „Die Vögel“. Ist bis heute einer  meiner Lieblingsfilme, es fasziniert mich bis heute, dass er ohne Musik auskommt.    Ich fand es großartig, wie man mit Bildern, mit einer Geschichte, Leute erschrecken  kann – und berühren. In „Cocktail für eine Leiche“ laufen Einstellungen zehn  Minuten lang durch – das ist doch Wahnsinn... Für mich ist Kino immer wie Achterbahnfahren geblieben. Ich will damit nicht sagen, dass ich die so genannten  Arthouse-Filme nicht mag – aber mir kommt in Deutschland nicht oft genug der     Begriff Unterhaltung vor. Wahrscheinlich war mein großer Fehler, dass ich in die   Bewerbung für die Filmhochschule bei der Frage, welche Regisseure mich  inspirieren, Hitchcock und Spielberg hingeschrieben habe.

    SZ  Wie ernsthaft waren denn diese Bewerbungen?

    Herbig   Ich habe ganz bewusst vorher eine Fotografie-Ausbildung gemacht, um das, was ich vorher mit der Videokamera gemacht habe, zu optimieren – da habe ich, glaube   ich, den Dogma-Film erfunden, kein Licht, kein Ton, keine Schauspieler und alles verwackelt. Ich habe ja auch sehr lange gedacht, ich hätte die berühmte „Vertigo“-  Fahrt erfunden – Kamerafahrt mit entgegengesetzter Brennweitenveränderung.  War Zufall, ich war zwölf, bin mit der Videokamera den Gang entlang gegangen,  bin aus Versehen an den Zoom gekommen ... Wollte ich keinem verraten und  später einsetzen, bis ich den „Weißen Hai“ gesehen habe und dachte, verflucht, da   war einer schneller. Und dann, noch viel später, sah ich „Vertigo“ ...

    SZ Dabei war Hitchcock so stolz auf diesen Effekt! Drehen Sie denn wie Hitchcock, arbeiten Sie mit Storyboards?

    Herbig   Das funktioniert bei mir nicht. Bevor ich dem Zeichner erklärt habe, wie ich die   Einstellung will, hab ich’s selber gemacht ... Ich male Strichmännchen.

    SZ Das Drehbuch haben Sie mit Alfons Biedermann und Rick Kavanian zusammengeschrieben. Ist es mit dem Teamwork irgendwann mal vorbei beim Dreh?

    Herbig   Natürlich sind wir gleichberechtigte Autoren, aber es kann ja nur einer am  Computer sitzen, und da hab ich den Regiebonus, weil ich dann argumentiere: Ich muss schreiben, dann kann ich mir gleich Notizen machen. Da schreibe ich dann  auch wirklich Kameraeinstellungen rein. In dem Moment, wo das Drehbuch fertig  ist, ist der Film im Kopf da. Für mich ist das Schlimmste, dass man fünfzig Tage hintereinander dreht – ich würde am liebsten abends in den Schnitt gehen und  rausfinden, ob es wirklich so geworden ist ...
    SZ      Schon wieder Hitchcock pur!

    Herbig   Ich improvisiere mehr. Wenn einem am Set ein besserer Gag einfällt, muss man flexibel sein. Aber wir hatten ein großes Budget – neun Millionen Euro. Da muss  man sich ziemlich sicher sein, was man will, und kann nicht irgendwas für die  Tonne produzieren. Es gibt im „(T)Raumschiff“ sehr viele am Computer produzierte Special Effects, das kommt aus dem Hochleistungsrechner. Da musst du wissen,  wie es passt, sonst rechnet der noch mal sechzig Stunden und du kannst einen   Kurzurlaub machen. Die Effekte sind zwar nur dazu da, die Geschichte zu erzählen, ich finde es aber – wie schon beim „Manitu“ – extrem wichtig, dass der  Film glaubwürdig aussieht.

    SZ  Und hat sich George Lucas das Resultat schon angeschaut?

    Herbig   Vielleicht, der Trailer steht ja schließlich im Netz.

    SZ    Was ist Ihr Traum? Einen Deutschen Filmpreis haben Sie ja schon.

    Herbig   Ja, aber doch noch keinen richtigen, das war ja ein Ersatzpreis.

    SZ     Und wie schätzen Sie Ihre Rolle im Höhenflug des deutschen Kinos ein?


    Herbig   Das ist so eine Frage: Bin ich nun die Rettung des deutschen Kinos oder der  Untergang des Abendlandes? Ich weiß nicht. Ich mach das ja nicht mit Absicht. Ich  drehe einfach die Filme, die ich selber gerne sehen will.

    Interview: S. Vahabzadeh, F. GöttlerSZ v. 17./18.07.2004
     

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    Das Playboy Interview Stoiber sollte es mal mit Humor versuchen!

    Quelle Playboy Ausgabe März 2002

    Sein Film " Der Schuh des Manitu" ist der größte deutsche Kinoerfolg aller Zeiten. Michael Bully Herbig über seine Vorbilder, seine Angst vor Hollywood und über seine Freundin

    Herr Herbig, über wen oder was können Sie lachen? 

    Ich kann mich herrlich über Ben Stiller amüsieren. Ich mag aber auch die tragische Komik in Forrest Gump mit Tom Hanks. 

    Gibt es einen Komiker aus Deutschland, den Sie komisch finden?
    Den Stand-up - Comedian Michael Mittermeier. der macht zwei Stunden ohne Hilfsmittel auf der Bühne seine Gags. Was er macht, ist die Königsdisziplin für Komiker.

    Welchen deutschen Fernsehkomiker finden  Sie witzig?

    Über Bastian Pastewka oder Anke Engelke kann ich mich kaputtlachen. Aber am meisten lache ich über meinen Kumpel Rick. Ich kenne ihn seit 15 Jahren und er hat immer noch das witzigste Gesicht, das ich kenn.

    Was ist mit Stefan Raab? Er ist ein Hervorragender Entertainer.
    Was halten Sie von Harald Schmidt? Ganz klar: The Godfather.

    Und wie komisch finden Sie Otto?

    Er ist ein Idol. Ich habe schon als Kind in der Badewanne seine Platten nacherzählt. Otto ist für mich ein Stück deutsche Comedy-Geschichte.

    Wie gefällt Ihnen Helge Schneider?

    Er ist der König der Anarchisten.
    Und Loriot? Ist und bleibt: die Nudel.
    Haben Sie sich bein einem dieser Komiker etwas abgeschaut?
    Bestimmt, aber das ist doch ganz normal. Schließlich kann man auch das Auto nicht neu erfinden. Wenn man Comedy  macht, ist man von sehr vielen Komiker beeinflusst.
    Wer ist für Sie der bedeutendste deutsche Komiker?
    Es gibt Sketche und Elemente, die ich bei Loriot wahnsinnig komisch finde. Als Kind war Otto für mich der Größte. Aber den deutschen Komiker zu benennen, ist meines Erachtens unmöglich.
    Welchen Komiker finden Sie peinlich?

    Dazu möchte ich mich nicht äußern.

    Worüber haben Sie sich zuletzt im TV geärgert?

    Wenn ich mich über etwas im Fernsehen ärgere, ist es meistens von mir.
    In welchen Momenten finden Sie sich selbst peinlich?
    Es gibt Sachen, die ich vor einigen Jahren produziert habe, die finde ich inzwischen hochgradig peinlich.
    Zum Beispiel? 
    Wenn ich die erste Staffel der Bullyparade sehen, bete ich , dass sie nie wieder ausgestrahlt wird.
    Was ist Ihnen daran peinlich?
    ch merke, was für ein großes Problem ich damals hatte, mich in der Rolle des so genannten Moderators vor der Kamera zurechtzufinden. Ich habe mich schon immer eher hinter als vor der Kamera gesehen 
    Wie schätzen Sie Ihre schauspielerischen Qualitäten ein?
    Da ich den Job nie gelernt habe, fände ich es anmaßend, mich Schauspieler zu nennen. Ich bezeichne mich lieber als Gesichtsverleiher. Ein Schauspieler muss in jede Rolle schlüpfen können. Ich vermute, ich stoße da schnell an meine Grenzen.
    Glauben Sie, dass ihnen „Der Schuh des Manitu“ auch irgendwann mal peinlich ist?
    Eigentlich glaube ich das nicht.

    Wann haben Sie sich entschlossen, Filmemacher zu werden?

    Als ich als Kind die Filme von Steven Spielberg und Alfred Hitchcock gesehen habe. Das hat mich derart beeindruckt, dass ich beschloss, Regisseur zu werden. In der Schule war das ein echtes Problem: Alles, was ich beispielsweise im Biologieunterreicht mitbekam, verformte sich in meinem Kopf sofort zu skurrilen Filmbildern.

    Wie kann man sich das vorstellen?

    Schon der Blick durchs Mikroskop löste bei mir verstörende Bilder aus. Wenn ich eine Spinne beobachtete, lief vor meinem geistigen Auge einer dieser B-Movies wie TARANTULA ab.
    Haben Sie einen Lieblingsfilm?
    Keinen bestimmte: Die Palette reicht von „SINGIN´ IN THE RAIN bis zu AMERICAN BEAUTY
    Erschreckt es Sie manchmal, dass ausgerechnet „Der Schuh Des Manitu“ der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten ist?

    Es erschreckt mich nicht, ich finde es ziemlich abgefahren. Mein Ziel war, einen einigen Zuschauer mehr zu haben, als die 1,3 Millionen , die mein erster Film ERKAN UND STEFAN hatte. Nach einer Woche waren es aber schon 1,5 Millionen Zuschauer. Das hat mich total umgehauen.

    Warum ist der Film eigentlich so erfolgreich?

    Das kann niemand erklären. Für die einen bin ich der Retter des deutschen Films, für die anderen stürze ich ihn in die künstlerische Krise. Aber ich bin weder Retter noch Vollstrecker. Ich habe einfach nur einen Film gemacht, den ich selber gern sehen wollte.

    Stimmt es Sie nachdenklich, mit 33 Jahren eventuell ihr bedeutendstes Werk bereits abgeliefert zu haben?
    Natürlich wird mir mulmig, wenn ein alter Hase wie Bernd Eichinger zu mir sagt: : Das musst du feiern, so was passiert dir nur einmal im Leben. Aber da ich den Erfolg nie geplant habe, belastet er mich auch nicht so besonders.
    Waren Sie nach dem Erfolg von „Der Schuh des Manitu“ kurz davor, abzuheben?

    In der Tat reißt so ein Erfolg einem buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Da braucht man eine Basis. Und die habe ich. Ich sitze seit Jahren im selben Büro in München, umgeben von denselben Leuten und mit denselben Visionen wie vor dem Erfolg.

    Sogar Ihre Mutter ist in ihrer Firma „Herbx Medienproduktionen“ beschäftigt....

    Sie regelt das Finanzielle. Gott sei Dank, denn ich hätte den Überblick schon lange verloren.

    Gab es schon mal Ärger mit ihr, weil Sie Budgets überzogen haben?

    Nein, wir verstehen uns sehr gut. Sie ist ein Mischung aus Groupie, Mutter, Kumpel und Geschäftspartner. Und der größte Vorteil an ihr ist: Sie bescheißt mich nicht beim Geschäft. 

    Sind Sie als Einzelkind groß geworden, hat Ihre Mutter Sie verhätschelt?

    Als Sohn einer allein erziehenden Mutter habe ich schon früh auf eigenen Beinen stehen müssen. Da habe ich Anpassung und Toleranz gelernt. 

    Haben Sie von zu Hause irgendwelche Schrullen mitbekommen?

    (Lacht) Macken? Oh ja, ich hasse Kalkflecken. Verkalkte, quietschende Wasserhähne ekeln mich.

    Sie sind ein Spießer, Herr Herbig

    Jawohl. Ich stelle mir aber auch oft die Frage, ob eine meiner Eigenschaften spießig oder nur praktisch ist. Ist es spießig, die Armaturen nach dem Duschen trocken zu rubbeln, oder praktisch, weil man nach fünf Jahren den Chrom nicht ersetzen muss. Sind wir nicht alle ein bisschen spießig?

    Können Sie als deutschlandweit erfolgreicher Bayer Edmund Stoiber im Kanzlerwahlkampf einen Tipp geben, wie man nördlich des Weißwurstäquators punkten kann.

    Vielleicht sollte er es mit Humor probieren. 

    Wäre Stoiber ein guter Kanzler?

    Ich habe keine Ahnung. Aber ich werde mir den Wahlkampf genau ansehen, damit ich beider Bundestagswahl das Kreuz hoffentlich an der richtigen Stelle mache.

    Wollen Sie damit sagen, dass Sie CSU wählen?

    Mit politischen Äußerungen bin ich sehr vorsichtig, weil ich eine sehr junge Zielgruppe habe. Jeder sollte sich ein Bild machen dürfen, wer für ihn der richtige Kandidat ist. Natürlich gibt es Leute ,die einen bayrischen Kanzler für unmöglich halten. Aber es gab auch Leute, die gesagt haben, ein Western auf Bayrisch geht nicht. Wo ich mein Kreuz mache, ist noch nicht raus.

    „Der Schuh des Manitu“ wurde über den 11.September 2001 hinaus zum Kassenschlager. Halten Sie Lachen im Schatten einer solchen Tragödie für angebracht?
    Jürgen von der Lippe hat einmal gesagt: „Wenn im Zirkuszelt der Trapezkünstler verunglückt, kommen die Clowns, um das Publikum abzulenken.“ Mein Ziel ist es, Leute zu unterhalten. Wenn ich glauben würde, etwas verändern zu können wäre ich in die Politik gegangen.
    Wo hört Spaß auf? Darf man Witze über Osama bin Laden machen?

    Ich würde es nicht tun, aber nur, weil mir zu dem Thema nichts Gutes einfällt.

    Was ist mit Polenwitzen?

    Die hohe Kunst ist, dass auch die Menschen , über die man Witze macht, darüber lachen können. Wenn ich einen Polenwitz mache, über den auch ein Pole lachen kann, habe ich einen Volltreffer gelandet. Wenn alle lachen, nur der Pole nicht, bin ich verletzend geworden. Das liegt mir fern.

    Ihre Western-Parodie kam bei Pierre Brice, dem legendären Kino-Winnetou der sechziger Jahre, nicht so gut an. Hat Sie das als Winnetou-Fan geärgert? 

    Ich fand es schade. Ich habe mich bemüht, ihm meine Motivation plausibel zu machen. Aber es ist mir nicht gelungen.
    Warum nicht?
    Ich glaube, er hat die Idee der Persiflage missverstanden. 
    Fehlt ihm der Humor?
    Ich glaube schon, dass Pierre Brice Humor hat. Aber er fühlt sich wohl in seiner Ehre verletzt. Es war nie meine Absicht, einen Mythos zu zerstören. Denn man kann einem Mythos gar nicht stärker huldigen, als ihn zu persiflieren.
    Aus welchem Grund?
    Zur Persiflage gehört Liebe. Man kann nur persiflieren, wenn man etwas genau kennt und sehr schätzt.

    In „der Schuh des Manitu“ parodieren Sie als tuntiger Indianer Schwule. Haben Sie ein Problem mit Homosexualität?

    Überhaupt nicht. Meine Schwulen-Parodie ist ein liebevoller Klaps auf dem Po gemeint.

    Kommt das denn auch bei den Schwulen so an?
    Ich bin jedenfalls noch von keinem Schwulen angepöbelt worden. Es gibt sogar Schwule, die sagen, ihr seid die einzigen , die das dürfen. Je öffentlicher man mit Schwulsein umgeht, desto unbedeutender wird auch die leidige Randgruppendiskussion. Da ich Homosexualität als normal ansehe, kann ich darüber auch Späße machen. Schließlich mache ich mich auch über den Bäcker lustig, der auf seinem Brötchen ausrutscht.

    Finden Sie Männer anziehend?

    Privat? Nein, ich bin ein großer Frauenliebhaber. Ich konnte mich schon als Kind nur schwer konzentrieren, wenn Mädchen im Raum waren.

    Sind sie derzeit in festen Händen?

    Ja, seit gut einem Jahr.

    Wie haben Sie Ihre Freundin kennengelernt?

    Es war das Verrückteste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Viel verrückter als Filmemachen. Ich habe sie einfach angesprochen. Ich habe sie nach dem Weg gefragt, der Kontakt dauerte etwa zehn Sekunden. Später habe ich mich gefragt, was passieren würde, wenn ich bei dieser Freu einfach anrufe. Ich habe ihre Nummer herausbekommen und gefragt, ob sie mit mir essen geht. Mich hat interessiert, ob es mein Leben verändern würde.
    Hat es Ihr Leben verändert?
    Ja. Es hat sich über Wochen und Monate langsam aufgebaut, ehe wir gemeinsam feststellten, dass wir nun wohl zusammen sind. 

    Leslie Nielsen, der Filmstar auf „Die Nackte Kanone“ wurde von seiner Frau verlassen, weil er auch im wirklichen Leben den Komiker spielte. Selbst im Schlafzimmer soll er nur noch Scherze gemaht haben. Könnte Ihnen dasselbe Schicksal blühen?

    Im Gegenteil, bei uns zu Hause ist sie wesentlich lustiger als ich.

    Was ist wichtiger: Humor oder Sex?

    Für mich ist Lachen genau wie Essen und Sex ein Grundbedürfnis. 

    Haben Sie täglich Sex?

    Ich versuche, täglich mehrmals welchen zu haben. Aber wenn ich spät nach Hause komme, wird es manchmal nichts mehr. Es steht also nicht auf dem Tagesplan und wird abgehakt, wenn Sie das meinen.

    Gibt es bei Ihnen beim Sex viel zu lachen?

    Ich werde Ihnen nicht beschreiben, wie bei uns der Akt abläuft. Aber beim Sex ergeben sich immer außergewöhnliche Situationen, das wissen Sie vom Playboy doch am besten. Wer beim Sex nicht ab und zu lachen kann, tut mir Leid. Schließlich soll es Spaß machen.

    Sie haben lange als Single gelebt. Hatten Sie in dieser Zeit viele One-Night-Stands?

    Nein, dafür in ich nicht der Typ. Außerdem habe ich in den vergangen Jahren zu viel gearbeitet, um auf dumme Gedanken zu kommen.

    Können Sie sich vorstellen, wie Boris Becker in einer Wäschekammer Sex zu haben?

    Nein, ich habe eine Wäschestaub-Allergie. Außerdem hätte ich zu viel Angst vor der peinlichen Situation. Wenn mich Frauen bedrängen, verabschiede ich mich immer schnell. Da bin ich viel zu gschamig. 

    Auf welchen Typ Frau stehen Sie?

    Eine Frau, die sexy ist, muss nicht unbedingt eine gerade Nase haben. Ich finde Frauen mit Humor klasse. Selbst ein Supervamp verliert an Reiz, wenn sie nicht im Ansatz Witz hat.

    Haben Sie irgendwelche Laster?

    Ich hatte lange das Raucher-Laster. Aber ich habe es mir abgewöhnt, wie ich eine Wette verloren habe: Ich war sicher, dass Der Schuh des Manitu niemals mehr als 1,5 Millionen Zuschauer haben würde.

    Trinken Sie Alkohol?

    Sehr selten. Ich vertrage nicht so viel. Nach einer Maß bin ich voll.

    Was ist mit Dorgen. In der Münchner Schickeria gehört angeblich Kokain zum guten Ton.

    Mit dieser Gesellschaft habe ich genauso wenig zu tun wie mit den Drogen.

    Welchen Luxus gönnen Sie sich. Trinken Sie gern Champagner?

    Davon kriege ich Sodbrennen.

    Essen Sie Kaviar?

    Ich mag weder Austern noch Kaviar. Wenn ich Hunger auf etwas Außergewöhnliches habe, hole ich mir einen BigMäc.Warum soll ich meine Ess- und Trinkgewohnheiten ändern, nur weil ich plötzlich erfolgreich

     Ich trinke gern mal einen gute Rotwein.

    Welche Sorte?                        Australischen Shiraz.

    Sind Sie als Ur-Münchner regelmäßiger Gast der Nobeldisco „P1“?

    In meinem Leben war ich vielleicht fünfmal dort. Meistens bin ich schon am Türsteher gescheitert. Und wenn es mal klappte, hat mich jemand mit rein genommen

    Haben Sie in solchen Situationen davon geträumt, ein Star zu sein?
    Ach was. Ich finde diese Türstehermentalität im hohen Maße albern. Dieses Trara, das man um so genannte VIPs macht, habe ich nie verstanden. Wenn Leute unter sich sein wollen, sollen sie sich woanders treffen al in öffentlichen Discotheken
    Glauben Sie eigentlich immer noch, dass Sie eines Tages den Oscar bekommen?
    Wer im Filmgeschäft arbeitet, muss doch davon träumen. Wenn ich Fußballer geworden wer, hätte ich auch das Ziel gehabt, einmal Weltmeister zu werden.
    Wofür wollen Sie den Oscar bekommen, wenn Sie ihn kriegen?
    Am liebsten für die Regie.

    Und was ist, wenn Sie ihn nicht bekommen?

    Auch nicht schlimm, dann habe ich immer noch meinen Bambi und die drei Goldenen Leinwände.

    Würden Sie für den Oscar auch nach Hollywood ziehen?

    Ich würde gern in Kalifornien arbeiten, aber ich habe zu viel Angst vor Erdbeben, um dort zu leben. 

    Noch ein Wort zum Fußball: Wieso hassen eigentlich fast alle Ihren Lieblingsclub, den FC Bayern München?

    Mit Erfolg ist es überall dasselbe. Jemand, der regelmäßig die großen Erfolge abräumt, läuft Gefahr Neid auf sich zu ziehen, und mit Missgunst beäugt zu werden.

     Das gleiche Schicksal könnte auch Sie demnächst ereilen?

    Warum denn, ich spiele doch gar nicht mehr Fußball (lacht) Nein, sollte das wirklich passieren, fasse ich es als Kompliment auf.

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    Frauen ansprechen ist verrückter als Filme machen

    Das Interview von der Münchner Abendzeitung mit Michael"bully"Herbig. Ganz oben und doch auf dem Boden: Der Erfolgs-Münchner Michael "Bully" Herbig beim AZ-Gespräch. Bescheiden, sympathische und fröhlich- daran zumindest hast sich im Leben des 33-jähringen Tausendsassas nichts geändert Michael "Bully" Herbig. Ein Jahr nach dem letzten Gespräch hat ihn AZ-Redakteur Markus Bistrick wieder getroffen.

       

    AZ: Der "Schuh des Manitu" ist mit über 11 Millionen Besuchern Deutschlands erfolgreichster Kinofilm Damit hast du wohl Otto Waalkes vom Thron gestoßen. Habt ihr Mal darüber gesprochen?

    Herbig: Ich habe ihn kennen gelernt kurz bevor der Film angelaufen ist. Und da hatte er wohl schon von dem Film erzählt bekommen. Er hat mir wirklich von Herzen nur das Beste gewünscht. Und gesagt: "Ich drücke dir die Daumen. Es wird auch mal Zeit, dass mich jemand ablöst." Das war sehr nett und sehr freundschaftlich, ohne eine Missgunst Ich glaube dass Otto damit überhaupt keine Probleme hat.

    AZ: Bully , wie groß sind eigentlich deine Schuhe?
    as ist ganz unterschiedlich. Wenn ich weit gelaufen bin, dann werden sie größer. Im Grunde passe ich in Größe 40 bis 42. Ich lebe eher auf kleinem Fuß

    AZ: Vor einem Jahr hattest du keine Freundin. Weil keine Zeit für eine Beziehung war. Jetzt hast du Daniela. Und mehr Zeit?

    Ja. Ich hab es mir jetzt eingerichtet. Ich habe wirklich dafür gesorgt, dass ein Tag pro Woche für uns da ist. Da sein muss. Der Sonntag - ganz spießig. Sie arbeitet ja auch. Und da bleibt eben nur das Wochenende. Aber ich habe einen Riesendusel, weil sie komplett hinter dem steht, was ich mache. Es gab nicht ein Mal eine Diskussion. Ich habe mir das vor einem Jahr auch nicht vorstellen können.

    Zwischen Filmpremieren und Preisverleihungen - wo lernt man da eine Frau kennen?

    Das war vor einem Jahr kurz vor Weihnachten. Da hab ich mich mal wieder in einem Bürogebäude verlaufen und habe einfach nur nach dem Weg gefragt. Und sie hat ihn mir gezeigt. Und dann habe ich was ganz Verrücktes gemacht und sie zum Essen eingeladen. Das ist viel verrückter als Filme zu machen: Frauen ansprechen.

    Wer putzt, bügelt und kocht im Haushalt Herbig?

    Das ist ganz unterschiedlich. Je nachdem, wie man die Zeit dafür findet. Also ich musste vorher auch klar kommen. Jetzt hat man den großen Vorteil dass man sich ein bisschen aufteilen kann. Insofern hat sich auch mein Lebensstandard verbessert.

    Wer hat sich am meisten über deinen Erfolg gefreut? Hans Eichel, Porsche, Makler....

    Ich glaube, dass sich eine Menge Leute darüber gefreut haben. Ich schließe da auch die Co-Produzenten nicht aus. Auch die Kinobesitzer haben sich darüber gefreut, nehme ich an. Auch die ein oder andere Förderanstalt. Ich habe halt eine andere Motivation, mich darüber zu freuen. Meine Freude ist, dass ich mich relativ entspannen und mich in Ruhe das nächste Projekt konzentrieren kann. Und mir nicht mehr so diese Sorgen machen muss, wie ich den nächsten Film finanziert bekomme. Ich denke mal, da das einfacher geht als beim letzten Film.

    Also kein neues Auto oder eine Luxuswohnung?

    Nein, überhaupt nicht. Ich sehe darin keinen Sinn. Ich habe mir das vorher ja so eingerichtet, wie ich das für sinnvoll halte. Ich stelle aber fest, dass nicht wir, also mein Team und ich, uns verändert haben. Sondern das Umfeld hat sich enorm geändert. Das finde ich so erstaunlich.

    Inwiefern?

    Es gibt Leute, die sind so übertrieben freundlich zu mir. Das ist fast schon beschämend. Dann gibt es Leute die haben plötzlich eine Distanz, wo ich auch nicht weiß, woher sie kommt. Und dann gibt es Leute - ich nenne jetzt mal ein Beispiel: Wenn ich vor zwei Jahren gesagt haben:" So ein Oscar wäre eine feines Sache". - Dann haben alles gesagt: "Kuck mal, der Bully, das ist ja ein nettes Kerlchen. Der sagt einfach was er will." Und wenn ich das heute in der selben Art wie damals sage, dann sagen Leute "Schau mal, jetzt hebt er ab." Nicht ich und das was ich sage, hat sich verändert, sonder das Empfinden der Leute. Und das finde ich so ein bisschen schade. Wir haben nur einen Film gemacht. Das ist alles.

    Wie erhältst du dir deine natürliche Art?
    Ich weiß nicht, das hat auch was mit Ehrlichkeit zu tun. Ich habe das Gefühl, das ich noch vorsichtiger geworden bin, weil man wahnsinnig leicht missverstanden wird. Plötzlich hat das, was du sagst, ein anderes Gewicht. Ich kann nur sagen, ich bin mit dem Kopf schon wieder ganz wo anders. Ich habe meine "Bullyparade" gemacht. Als dieser ganze Rummel um den "Schuh des Manitu" los ging, da standen wir schon wieder mit der Fernsehkamera am Set. Das holt dich sehr schnell wieder unter. Das ist ein Wechselbad der Gefühle. In einer Woche sitzt mit Pierre Brice auf der Wetten-Dass-Couch Eine Woche später wirst du von einem Rentner angepflaumt, weil du auf seiner Parkbank sitzt. Dort wo er jeden Sonntag sein Brötchen isst. Du denkst: "Okay, der kennt dich nicht, muss er ja auch nicht." So etwas ist total wichtig, damit man die Realität nicht aus den Augen verliert.

    Deine Mutter hast du zu vielen Preisverleihungen mitgenommen, deinen Vater nicht. Warum?

    Ich bin mit meiner Mutter aufgewachsen und habe ein sehr freundschaftliches Verhältnis mit meinem Vater. Aber wir haben nie zu Dritt gelebt. Da sind wir aber nicht die Einzigen. Allein erziehende Mütter haben es nicht leicht. Und ich versuche sie jetzt einfach an diesem Erfolg teilhaben zu lassen. Weil ich finde, dass sie einen guten Job gemacht hat. Die letzten 20, 30 Jahre.

    Was sind deine nächsten Pläne?

    Ich werde jetzt erst mal sechs Wochen Urlaub machen. Och glaube das letzte Mal, dass ich sechs Wochen Urlaub gemacht hatte war in der 10. Klasse. In den Sommerferien. Und das werde ich jetzt erst mal richtig genießen.

    Damals bist du aber vermutlich in München geblieben?

    Nein. Im Allgäu bei den Großeltern. Jetzt weiß ich noch nicht, wo es hin geht, aber es wird irgendwas sein, wo die Sonne scheint.

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    Michael über das Ende der Bullyparade und neue Comedy Pläne 

    "Lachen ist so wichtig wie Essen und Sex" von Malte Betz Quelle Bild am Sonntag 07.04.2002

    Er produzierte die schräge Winnetou-Parodie "Der Schuh des Manitu" - mit über elf Millionen Zuschauern erfolgreichster deutscher Film aller Zeiten. Seine Pro7-Comedy-Show „Bullyparade“ schickt Michael Herbig (33) im Sommer in die ewigen Jagdgründe.

    BamS: Warum geht´s mit „Bully“ zu Ende? Eine siebte Staffel wäre doch nach dem Kinohit „Der Schuh des Manitu“ sicher wieder ein Erfolg.

    Michael Herbig: Vielleicht. Aber seit der dritten Staffel haben wir immer gesagt: Das ist die letzte. Nach der fünften haben wir gesagt: Eine machen wir noch- und nun ist wirklich Schluss.

    BamS: Zum geplanten neuen Kinofilm lassen Sie die Zuschauer im Internet über den Inhalt abstimmen. Welche Konzepte liegen vorn?

    Herbig: Im Süden Deutschlands und in Österreich favorisiert man eine Neuverfilmung von „Sisi“ mit mir in der Titelrolle. Die „Schuh-des-Manitu“-Fortsetzung steht im Osten hoch im Kurs, besonders in Radebeul, Heimat von Karls May. Egal, welcher Film es wird- er wird maximal 87 Minuten dauern.

    BamS: Warum?

    Herbig: Weil meine Berater vor Drehbeginn immer warnend fragen, ob die Figuren denn auch 90 Minuten tragen.

    BamS: Glauben Sie, den Erfolg des „Schuh des Manitu“ wiederholen zu können?

    Herbig,: So ehrgeizig bin ich nicht. Das wäre auch Wahnsinn. Ein Film der heute über eine Million in die Kinos lockt, ist doch schon ein Erfolg.

    BamS: Wo kommen Ihnen die Ideen für neue Gags? 

    Herbig: Oftmals im Traum. Ich wache auf, denke: Hey, geil! Früher hatte ich extra ei Diktiergerät am Bett. Aber bei langen Einfällen streikte die Batterie. Jetzt merke ich mir das immer.

    BamS: Glauben Sie, dass Lachen physische Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat?

    Herbig: Auf alle Fälle . Lachen ist meiner Ansicht nach für den Menschen ein Grundbedürfnis wie Essen und Sex.

    BamS: Empfinden Sie Lachen beim Sex als störend?

    Herbig: Man muss es nicht, aber man darf es. Irgendwie gehört das ja auch dazu. Aber es gibt natürlich auch stille Momente bei mir, zum Beispiel wenn ich schlafe.

    BamS: Wie sehen Ihre Planungen mit Ihrer Freundin aus? Wollen Sie heiraten? 

    Herbig: Ich sehe das sehr kritisch. Ich habe es erschreckend oft im Bekanntenkreis erlebt, wie Paare zu früh geheiratet haben und sich nach drei , vier Jahren wieder trennte. Manchmal denke ich: So, wie es ein Mindestalter für den Führerschein gibt, sollten auch Paare erst mit 30 Jahren heiraten dürfen.

    BamS: Wie haben Sie Ihre Freundin kennen gelernt?

    Herbig:. Mit Mut. Ich war in einem Bürohaus, und fragte eine Junge Dame nach dem Weg zu einem Büro. Als ich ihrer Beschreibung folgte, sagte mir eine innere Stimme ich solle sofort zum Essen einladen. Nach drei Monaten und etlichen Verabredungen waren wir ein Paar.

    BamS: Warum  treten sie zu zusammen in der Öffentlichkeit auf`?

    Herbig Sie ist so schön, ich will sie ganz für mich alleine haben.

    Kritischer Komiker:Nicht über alles, was „Bully“ Herbig in seiner Homor-Laufbahn einfiel, kann er heute noch lachen

     „ Wenn ich meine Sketche von vor fünf Jahren sehe, stehen mir manchmal die Haare zu Berge- so grottig sind die.“ Der Humor sei damals aber keine anderer gewesen – der Münchner: Wir waren bloß jünger.

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    Junge... Junge.. was passiert denn da?

    Quelle Stern

    Rekorde gebrochen, Preise abgeräumt, Bleichgesichter froh gemacht: Mit seiner Komödie " Der Schuh des Manitu" kickt Michael "Bully" Herbig die ganze  ganze Konkurrenz aus dem Kino - ein Gespräch über Träume, Hollywood und ein Flugzeug voller Indianer

    Keine Fühlfragen. Die kann er nicht mehr hören. "Wie fühlen sie sich nach dem Wahnsinnserfolg des ,Schuh` mit mehr als zehneinhalb Millionen Zuschauern?" Auch keine Erklärfragen. "Können Sie sich den Erfolg erklären?" Nein, kann er nicht. Sagt er immer wieder. Und keine Namensfrage: "Wo kommt Ihr Spitzname ,Bully ` eigentlich her?" Von diesem verdammten Bayern-München-Trikot, das er als Junge beim Fußballspielen anhatte. Da stand, man erinnert sich,

     "Die Bullen kommen" drauf. Nein, über all das mag er nicht mehr reden. Darüber hat er - hundertmal, tausendmal? Darüber hat er in diesem Jahr jedenfalls entschieden zu oft Auskunft geben müssen. Und zu oft sollte er fürs Fotos ein lustiges Indianerkostüm anziehen oder sich wenigstens, he, he, vor ein Indianerzelt setzen. Doch der 33-Jährige ist beileibe kein zwanghafter Spaßterrorist; während des Gesprächs ist er oft ernst und denkt lange nach, bevor er antwortet - er hat ganz gute Chancen, nicht irgendwann zum Klamauk-Abziehbild zu werden.

    Wenn Sie das Jahr Revue passieren lassen, was geht Ihnen da durch den Kopf?

    Bully: Es war ein total durchgebeuteltes Jahr. Ein Auf und Ab der Emotionen und der Extreme und natürlich für mich großartig. Es fing schon damit an, dass ich die Hauptrolle in einem Disney-Film synchronisieren durfte -da ging ein Traum in Erfüllung.

    Dieses Lama in "Ein Königreich für ein Lama".

    Bully: Genau. Disney war für mich schon immer ganz groß. Und ganz weit vorne. Meine Mutter kriegt von mir an Weihnachten immer einen Disney-Film geschenkt. Das ist purer Egoismus, weil ich mir den am ersten Weihnachtsfeiertag ausleihe. Und auf einmal kommen die Disney-Leute auf mich zu und fragen: Wollen Sie? Was für eine Frage. Ich hätte denen auch einen Mülleimer synchronisiert.

    Und dann kam "Der Schuh des Manitu".

      

     

    Bully: Seitdem habe ich so viele Highlights erlebt, dass ich oft das eine oder andere vergesse. Da werden dir auf einmal drei Goldene Leinwände verliehen, du stehst in der Bayerischen Staatskanzlei und kriegst von  Staatsminister Erwin Huber einen Löwen überreicht. Dann auch noch zwei Comedy-Preise und die Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis für die "Bullyparade". Und dann der Bambi. Das erschlägt dich fast. Das sind alles Momente, in denen ich mich frage: Junge, Junge, was passiert denn hier?

    Freuen Sie sich denn nicht über all die Auszeichnungen?

    Bully: Doch, klar. Aber diese Preise relativieren sich schnell, wenn du dshin gehst, wo der Erfolg herkommt. Ich bin irgendwann in eine Vorstellung geschlichen, als es schon dunkel war. Keiner hat mich erkannt. Im Kino ging es zu wie auf einem Rockkonzert. Mit Applaus und Gekreische.

    Und ich mittendrin. Es hat mich physisch ganz klein gemacht in diesem Moment.Ich saß da, habe es einfach genossen und habe mir immer wieder gesagt: Wahnsinn! Das war wunderbar. Und irgendwann später, in einer ruhigen Minute, kriegst du fast ein schlechtes Gewissen bei all dem Erfolg. Ich habe mich schon gefragt: Hast du das alles verdient?

    Und? Haben Sie?

    Bully: Habe ich. Ich habe mir jahrelang den Hintern aufgerissen, aber nicht, um diesen Erfolg zu haben, sondern aus Liebe zur Sache. Geld hat für mich, so blöd und abgegriffen es klingen mag, nie eine primäre Rolle gespielt. Nie! Als ich damals beim Radio angefangen habe, habe ich umsonst gearbeitet. Ich hatte Bock. Ich wollte das machen. Beim "Schuh" war das genauso. Ich wusste, das ist ein Mörderding. Den muss ich machen. Kein Mensch hätte sich damals vorstellen können, dass der Film so einen Erfolg haben wird. Ich habe immer gehofft, dass wir so bei plus minus null rauskommen. Ich habe meine Gagen zurückgestellt, nur um diesen Film machen zu können.

    Die Filmförderer waren sehr zurückhaltend.

    Bully: Zu finanzieren war der Film nur, weil ich selbst extrem mit ins Risiko gegangen bin. Und dann stehst du da in deinem Indianerkostüm in Spanien bei den Dreharbeiten im Staub mit Bürgschaften am Hals. Da denkst du schon mal: Was zum Teufel machst du da eigentlich?

    Haben Sie Angst bekommen?

    Bully: Ich war Gott sei Dank zu abgelenkt, mein Adrenalinspiegel war so hoch, dass ich mir darüber keine Gedanken machen konnte. Erst später, als ich wieder in der Bank war und die Bürgschaften zerreißen durfte, wurde mir bewusst, wie gefährlich das war. In diesem Moment wurde mir fast ein bisschen schlecht. Wäre der Film gegen die Wand gefahren, wäre ich jetzt pleite. Feierabend.

    Sie werden vermutlich nie wieder so einen Erfolg haben wie mit dem "Schuh". Ist das eine traurige Aussicht für Sie?

    Bully: Das habe ich zuerst auch gedacht: So, das war's jetzt. Was soll jetzt noch kommen? Doch inzwischen bin ich innerlich sehr ruhig geworden. Den "Schuh" kann mir keiner mehr nehmen. Da ist der Film, und wufffff, da steht er jetzt. Den werde ich mir auch noch in 30 Jahren ans Revers haften können. Ich habe jetzt also eine sehr angenehme Ausgangsposition. Ob der nächste Film 5000 oder fünf Millionen Zuschauer hat, ist egal. Das macht mich sehr frei.

    Haben Sie schon Pläne?

      Bully: Ich werde das Publikum der "Bullyparade" abstimmen lassen. Vier Filme stehen zur Auswahl: Unser "(T)Raumschiff" als Science-Fiction-Persiflage, "Sissi", "Schuh des Manitu - Teil zwei" und ein Film mit dem Namen "Ein Film, wo keiner mit rechnet". Vielleicht wird das dann so ein Dogma-Film in Schwarzweiß, in dem Frauen mitspielen die sich nicht unter den Armen rasieren und die ganze Zeit filterlose Zigaretten rauchen. Genau. Der Film läuft auf Tschechisch mit französischen Untertiteln. Oder umgekehrt.

    Es wird leichter sein, Frauen mit Achselhaaren aufzutreiben, als die beiden echten Indianer, die in Ihrem Film mitspielen.

    Bully: Man sollte nicht glauben, wie viele Indianer in Deutschland leben.Wir hatten ein Indianer-Casting in München. Einen Tag vorher war ich Berlin und steige am Tag der Vorstellungsgespräche ins Flugzeug nach München, sitze da und denke: Guck mal, lauter Indianer in diesem Flieger. Wo die wohl alle hinwollen? Und dann ist mir eingefallen: Scheiße, die wollen alle zu mir, und ich sitze mittendrin. Ich habe mir schnell eine Zeitung vors Gesicht gehalten und dann so getan, als würde ich sie in München das erste Mal sehen. Ich fand das sehr beeindruckend, was man so bewegen kann. Du kannst einen Flieger voller Indianer machen. Großartig.

    Nicht schlecht für einen, den sie auf der Filmhochschule abgelehnt haben.

    Bully: Na ja, es gibt ja diesen alten Spruch - ich möchte ihn eigentlich gar nicht sagen, weil er so...

    Nur zu.

    Bully:      Mir tut's aber weh, wenn ich's sag: "Alle Wege führen nach Rom"  autsch! Aber da ist trotzdem was dran. Egal, wie abgedroschen das klingt. Für mich war, seit ich zwölf, 13 war, immer klar, dass ich Filme machen will. Aber ich war vielleicht so naiv zu glauben, dass das den anderen auch klar sein muss. So gesehen war die Ablehnung an der Münchner Filmhochschule die erste wichtige Erfahrung, die ich im Zusammenhang mit Film gemacht habe: Du kannst nicht davon ausgehen, dass das, was du im Kopf hast, auch bei anderen ankommt.

    Was haben Sie denn bei der Bewerbung vorgelegt?

    Ich habe denen einen Film gezeigt, obwohl das gar nicht gefordert wurde. Fotos hätten gereicht. Doch ich Schleimer habe mir gedacht: Nee, komm. Ich mache was ganz Besonderes. Ich drehe es auch noch. Es war eine ganz klassische Eifersuchtsszene. Ich bin damit aber nicht mal bis zum Gespräch mit der Jury gekommen. Und jetzt lese ich in "Variety" meinen Namen. Das ist alles eigentlich kaum zu begreifen

    Die Amerikaner werden sich gewundert haben, dass Sie Steven Spielbergs "Jurassic Park III" wieder von Platz 1 der deutschen Charts verdrängt haben.

    In dem Artikel kamen genau zwei Namen vor: Michael Herbig und Steven Spielberg, dann noch "Jurassic Park" und "Der Schuh des Manitu". Das liest du so und denkst dir: Die Zeitung lesen alle in der Branche. Alle. auch Herr Spielberg. Spielberg! Ein ganz Großer für mich. Ich verehre ihn sehr. Schon immer. Und der kennt jetzt meinen Namen! Das ist cool. Da werden echt Träume wahr. Klingt kitschig, ist aber so.

    Von klein auf leben Sie in München. Wollten Sie nicht mal da weg?

    Schon als Jugendlicher wollte ich immer nach Amerika. Hollywood hatte einfach diese Magie. In meiner Sturm-und-Drang-Zeit war ich dreimal hintereinander dort, jedes Jahr habe ich die Universal-Tour mitgemacht. Heute hat Hollywood nicht mehr diesen Zauber für mich. Doch ich würde dort gern mal einen Film machen.

    Bully Herbig in Hollywood?

    Und den Oscar will ich auch! Klar. Bei jedem Sportler ist es legitim, wenn er bei der Olympiade dabei sein und die Goldmedaille gewinnen will. Es ist nicht verwerflich, davon zu träumen. Ich will mir nicht vorwerfen, ich hätte es nicht versucht, und wenn ich's in den nächsten 50 Jahren nicht schaffe, kann ich mir später immer noch sagen: "Ja mei, dafür hab ich hier meinen Bambi stehen."

    Sie können ja die ersten Filme, die Sie als Junge gedreht haben,als Vorlage für den Hollywood-Streifen verwenden.

    Die waren gar nicht übel. Ich war ja auch lange überzeugt, ich hätte den "Vertigo-Effekt" erfunden. Ich bin als Zwölfjähriger mit meiner Videokamera vorwärts den Flur langgegangen und habe rückwärts g=zoomt. Und plötzlich habe ich gedacht: Wow, das sieht ja geil aus! So was hatte ich noch nie gesehen. Das muss ich mir merken, wenn ich groß bin, mache ich Filme mit solchen Effekten. Doch dann habe ich zwei Jahre später den "Weißen Hai" gesehen, in dem Spielberg genau an der richtigen Stelle den "Vertigo-Effekt" einsetzt.

    Herber Schlag.

    Ich dachte mir: Verdammt! Da war einer vor mir dran. Und dann habe ich noch mal zwei Jahre später "Vertigo" von Hitchcock gesehen und musste einsehen: Hmm, noch einer vor mir dran. Aber das ist eben das Schicksal der späten Geburt.

    Ein Schlusswort bitte!

    Mein Rennen geht jetzt erst los. Ich bin in der Pole-Position. Die  letzten zehn Jahre, das waren die Vorbereitungen. Da habe ich ein bischen an meinem Wagen rumgeschraubt. Und jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht aus der Kurve getragen werde.

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    Menschen 2001 -

    Das Interview mit Günther Jauch

    Ihr könnt Euch das Interview mit Michael "Bully" Herbig als Sounddatei anhören. Dafür auf die jeweilige Antwort klicken.

    Günther Jauch: Wie können Sie sich diesen absoluten Erfolg erklären?

    Bully: Ja es ist mir auch ein bißchen peinlich, das gebe ich ganz offen zu..."

    Muss man den schwerreich sein um so einen Film zu machen?

    Bully: "Nein es war nicht mein Geld.. (lach). Ich habe es mir nur geliehen..."
     Haben Sie die Bücher von Karl May jemals gelesen? Bully: "Nein . . . (ein Raunen und Lachen geht duch das Publikum)..."
     Besser kann es doch nicht laufen, als die wichtigen Leute gegen den Film wettern...! Bully: "Ja wir nennen spaßeshalber Pierre Brice "PR Brice"..."
     Jetzt kommen alle, und wollen "Manitu2". die wollen doch alle, das genau so ein Film noch mal gemacht wird.

    Bully: " Ja , ja.. aber ich bin unsicher. Es gibt eine Menge Ideen..."

     Der Entscheidung würden Sie sich dann beugen...?

    Bully: "Ja ! Im Rahmen der Bullyparade wird es eine 15 wöchige Umfrage geben.

     Sind Sie eigentlich schwul ? Bully: "Ich ? Nein..."

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    Bully erhält eine österreichische Auszeichnung Schauspieler des Jahres 2001 

    06.02.2002 

    rexpress: Unsere Leser wählten dich zum Schauspieler des Jahres 2001. Dein erster Ö-Preis?
    Bully: Ja, deswegen gehen da im Moment ganz wilde Emotionen mit mir durch! Danke an alle Leser. Der wird ganz vorne neben dem Bambi im Regal stehen. Dass ich Superstars wie Ben Affleck oder Ben Stiller geschlagen habe, ehrt mich sehr. Deshalb steht der Pinguin ganz weit vorne, weil der Schnabel so spitz ist (lacht).


    rexpress: Demnächst erscheint "Schuh des Manitu" auch auf DVD? Gibt`s da was Neues für die Fans?
    Bully: Ja, noch vor dem Dreh habe ich viele Stationen der Vorbereitungen mit meiner DV-Kamera gefilmt. Neben Set-Berichten gibt es viele Extras, wie Interviews mit Winnetouch und Abahachi und eine 12-minütige englische Synchronisation.

    rexpress: Nach sechs erfolgreichen Staffeln kommt das Aus für die "Bullyparade"? Gehen dir die Ideen aus?

    Bully: Überhaupt nicht! Eigentlich wollten wir nach jeder Staffel aufhören, aber dann kamen immer neue Ideen. Vor dem Start des "Manitu" haben wir das Aus endgültig beschlossen. Es gab aber keine Reibereien zwischen Rick, Christian und mir. Wir wollen uns nur auf was Neues konzentrieren - eben weil wir neue Ideen haben.


    rexpress: Bleibst du im Comedy-Fach, oder gibt`s bald einen neuen, ernsten Bully?


    Bully: Da kann ich alle beruhigen: Es wird witzig bleiben.

    rexpress: Bleiben Rick und Chrisian deine Partner?

    Bully: Ich vergleiche es mit einer Rockband: Jeder macht ein Soloprojekt und irgendwann mal kommen alle wieder zusammen, aber im Moment konzentrieren wir uns auf die neuen Folgen der "Bullyparade". Darin lasse ich die Zuseher bestimmen, welcher Film als nächster in die Kinos kommt.


    rexpress: Hast du nicht geschworen, nie eine Fortsetztung von "Manitu" zu drehen?
    Bully: Stimmt, aber während einer Zugfahrt sind mir geniale Ideen gekommen. Eine davon ist übrigens ein "Sissi"-Remake!


    rexpress: Woher kommt dein Interresse an Sissi und Österreich?
    Bully: Von meiner Mutter! Sie ist ein großer Sissi-Fan und hat alle drei Filme auf Video. Ohne sie wäre ich nie darauf gekommen Sissi-Sketche zu drehen. Die Dialoge in den Filmen sind sehr leicht und mit viel Herz und Schmerz. Ideal zum Parodieren. Einen Sissi-Film zu drehe wäre wirklich toll.


    rexpress: Und als Location das Schloss Schönbrunn in Wien...
    Bully: Auf jeden Fall. Mal sehen, wie sich die Zuseher entscheiden werden. Schließlich ist das Traumschiff eine harte Konkurrenz.


    rexpress: Was macht Bully privat?
    Bully: Ich bin kein Weggeher oder Partygänger. Am liebsten stehe ich hinter der Kamera und führe Regie. Deshalb freue ich mich so über eure Auszeichnung. Ich war nie in einer Schauspielschule, aber der Preis beweist, dass ich als Abahachi und Winnetouch glaubwürdig war.


    rexpress: Welche Musik hörst du?
    Bully: Ich bin ein Fan von Sountracks. Zur Zeit habe ich "Planet Of The Apes" im CD-Player. Groß geworden bin ich mit James Brown. Innerlich bin ich eigentlich sehr schwarz: Soul und Funk musik ist absolut meines.


    rexpress: Was hälts du davon, als Sexsymbol bezeichnet zu werden?
    Bully: Das habe ich schon oft gehört, dazu stehe ich auch: Das liegt daran, dass mein Zeh neben dem großen Zeh größer ist als der Zeh neben dem kleine Zeh...


    rexpress: Fans haben ohnehin keine Chance: Du bist ja mit deiner Freundin glücklich liiert...
    Bully: Ja, das hat sich super entwickelt. Ich war lange Single und hatte keine Zeit für Beziehungen. Es wäre einer Partnerin gegenüber unfair gewesen. Aber vor einem Jahr hat es mich komplett erwischt.


    rexpress: Woher kommt eigentlich dein Spitzname "Bully"?
    Bully: Mit 12 Jahren spielte ich in einer Hobby-Fußbalmannschaft, woes insgesamt sech Michaels gab! Nachdem auf meinem Lieblingsshirt "Die Bullen kommen" stand, wurde ich auf eimal Bully".

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    Bayerischer Filmpreis für Bully 

    21 Januar 2002  Quelle www.teenwin.de

    Eine echte Überraschung war es ja nicht: Bully räumte bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises am Freitag Abend im Münchner Cuvilliétheater wieder kräftig ab: Er durfte gleich zwei "Pierrots" (der "Bayern-Oscar") mit nach Hause nehmen: Den Sonderpreis der Jury und den Publikumspreis! . . .

    Bully ganz gerührt: "Ich wurde fast melancholisch - es klang wie die Laudatio für ein Lebenswerk." Dabei hat der Shooting Star vom letzten Jahr noch viel vor! In der neuen Bullyparade-Staffel (geht im Februar los) dürfen die Zuschauer über den nächsten Bully-Film abstimmen. Zur Auswahl stehen die Fortsetzung vom "Schuh des Manitu", "Das (T)Raumschiff" und ein Überaschungsfilm. Wir wünschen dem sympathischen Comedy-Überflieger jedenfalls weiterhin viel Erfolg und freuen uns schon auf die nächste Attacke auf unsere Lachmuskeln! (ag)

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    Bully zu Gast bei Thomas Koschwitz 

     (10.07.2001 NTV) Vielen Dank an Tina!

    Koschwitz: Was hat das Radio, was das Fernsehen nicht hat?
    Bully: Unheimliches Spontanes, viel Tempo, grade in so`ner Morningshow, also das täglich 3 Stunden zu machen. Das kann man in gewisser Weise natürlich vorplanen, vorproduzieren, aber die schönsten Sachen sind einfach die Live-Geschichten und schnelles Reagieren. Das hat wirklich geschult, also auch das Improvisieren: viel mit Anrufern machen, auf aktuelle Geschichten eingehen, das geht mir schon ein bisschen ab, aber...

    Koschwitz (unterbricht Bully): Wenn ich das alles so höre, dann frag ich mich, wie kommen sie zurecht mit dem aufwändigen, viele Menschen umfassenden Filmgeschäft? Da müssen sie den sortieren, den motivieren und so weiter. Wie geht das?

    Bully: Der Vorteil bei der Bullyparade ist, dass es ähnlich abläuft. Wir haben unsere 170 Sketche zu drehen, da wird nicht lang gefackelt.

    Koschwitz: 170?
    Bully: Ja, also pro Staffel, so ungefähr. Also mittlerweile sind das fast 1000, die wir da gedreht haben und da hast du ein ganz striktes Programm

    , da müssen am Tag 4 Sketche gedreht werden und da hast du eigentlich nicht so viel Möglichkeiten dir vorher zu überlegen, wie lös ich das jetzt auf oder du kannst zwar mal grob beschreiben, welches Motiv, welche Kostüme, Maske, das findet im Vorfeld statt, aber dann wird sehr viel aus der Hüfte geschossen. Bei einer Kinoproduktion ist das eben anders. Da wird natürlich sehr detailliert vorher besprochen, ganz genau formuliert, was man haben möchte. Man bastelt, also bei dem Film wars so, 1 1/2 Jahre lang am Buch, mit Unterbrechungen, du holst es mal wieder raus, schreibst was neues rein, schmeißt wieder was weg. Dann besprichst du mit jeder Abteilung ganz genau, was du sehen willst, wie es aussehen soll, jedes Detail, und dann stehst du am Set, drehst und in dem Moment kommt eine Idee (lacht) und du sagst: Ne, vergiss mal das, was wir 1 1/2 Jahre besprochen haben, lass uns das mal so machen. Und das, glaub ich, ist aber auch ein Stück weit die Arbeit, die ich daran liebe, weil es natürlich Improvisation doch noch zulässt, solange du ein Team hinter dir stehen hast, die das auch mitmachen.

    Koschwitz: Ich hab gesehen, dass Sie bei den Dreharbeiten sehr motivierend gewirkt haben: Sie gut gelaunt hinter der Kamera, hier reingucken, da mit Schauspielern umgehen usw. Ist das hohe Regieschule oder wo haben sie das her?

    Bully: Ich hab keine Vergleichsmöglichkeiten. Ich hab´s weder gelernt, noch hab ich das bei anderen Regisseuren abgeguckt. Das ist einfach eine Gefühlssache. Ich brauch selber um mich rum eine positive Stimmung. Wenn um mich rum Leute sind, die schlecht drauf sind, dann hab ich damit echt ein Problem. Dann geh ich hin und sag: "Was ist dein Problem, können wir das irgendwie lösen?" Ich brauch das. Ich muss einfach selber Spaß haben. Ich kann das nicht nachvollziehen, wenn ich immer wieder höre, dass Regisseure am Set schreien, aggressiv werden, zu Furien werden, weil das was ich im Moment dort tue (kurze Pause)... ich bin Überzeugungstäter, ich will das in dem Moment so haben und ich hab einen unglaublichen Spaß dran und ich will den Spaß eigentlich mit dem Team teilen, weil nur dann das Team auch alles gibt.

    Koschwitz: Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Doppelrolle. Gibt´s da einen Moment, wo sie vor der Premiere am Freitag schlaflose Nächte haben und sich sagen: "Ist ja alles ich, wenn´s nicht funktioniert."?

    Bully: Ja, das wird mir jetzt auch langsam klar (lacht). Das hat was mit einer kindlichen Naivität zu tun und mit einem Glauben an die Idee und den grenzenlosen Wunsch, diese Idee zu machen. 
    Mich haben einige Leute davor gewarnt: Vorsicht, ob diese beiden Figuren auch 90 Minuten tragen. Deswegen ist der Film auch nur 87 Minuten lan. Da bin ich schon mal auf der sicheren Seite.
    Koschwitz: Ja, aber im Abspann sind noch ein paar Sachen eingebaut, also man sollte den Film bis ganz zum Schluss gucken.
    Bully: Ja, unbedingt, also bis ganz zum Schluss sitzen bleiben, sonst muss man ja nochmal reingehen. War das jetzt strategisch gut? Also man sollte da natürlich nochmal reingehen...ähm...jetzt hab ich den Faden verloren.
    Koschwitz: OK, wir kommen zu einer anderen Frage, weil das einfacher wird. Wenn man so einen Film macht und sich die ganzen Dinge, die es in diesen Genre gibt, anschaut, ist das ja deutlich eine Verarschung. Gibt es eigentlich immer mehr in letzter Zeit, wo Filmemacher sich sozusagen auf Sachen beziehen, die früher mal bekannt waren? Das kann man bei der Pop-Musik beobachten, das kann man beim Film beobachten, "Scary Movie" ist so ein Beispiel. Woran liegt das? Warum werden heute die Sachen wiederholt?
    Bully: Ja, aber das ist auch nicht neu. Ich hab wahnsinnig oft diese Zucker-Abraham-Filme gesehen, grade in den 70ern oder Ende der 70er. "Reise mit dem verrückten Flugzeug", ich weiß nicht ob sie das kennen, "Airplane" heißt der im Original (bin mir nicht ganz sicher, ob der Film "Airplane" heißt, hab ich nicht richtig verstanden), den hab ich 15 mal gesehen und ich hab jedes Mal was neues entdeckt. Dann kamen so Geschichten wie "Nackte Kanone", oder "Top Secret". Das hat schon sehr inspiriert. Das ist auch so eine Inspiration, die steckt tiefer als man denkt. Oft persifliert man etwas, wiederholt etwas und dann wird man darauf aufmerksam: `Ach, das ist doch eine Anspielung auf das und das.` und dann wird mir das in dem Moment erst bewusst. Dann hängt diese Inspiration einfach unheimlich tief, weil man diese Filme einfach geliebt hat. Ich finde das legitim. Ich finde das einfach unheimlich spaßig, wenn ich in einem Film Szenen wiedererkenne und merke: `Aha. Okay. Kenn ich. Erkenn ich wieder. Find ich komisch.`
    Koschwitz (unterbricht mal wieder): Ist das dann so eine Aufbereitung der eigenen Jugend? Also mir fällt auf: das Outfit, 60er, 70er Jahre, die Showtreppe, die Themen die behandelt werden.
    Bully: Also es hat viel mit Herzblut zu tun. Letztendlich widmen wir uns Themen, die uns selber gefallen. Etwas hoch zu nehmen, was uns nicht gefällt, da steckt dann wenig Liebe dahinter. Es macht einfach sehr viel mehr Spass, Dinge hochzunehmen, die man selber mag, weil man da die Feinheiten kennt.
    Koschwitz (unterbricht): Was reizt Sie denn eine eigene Unternehmung zu haben? Das ist ja auch eine Verantwortung?
    Bully: Die Selbstständigkeit. Die Flexibilität. Das ist ja auch gewachsen. Ich bin ja nicht an den Start gegangen und hab gesagt, ich möchte jetzt ein Unternehmen mit 15 Mitarbeitern, so, jetzt ist es raus, sondern wir haben ganz klein angefangen. Wir haben wirklich zu dritt angefangen und haben einfach festgestellt: `Okay, wir schreiben eh unsere Sachen selber. So, dann wurde immer mehr, dann hat man sich noch Leute dazugeholt, die man früher mal kannte, es ist eigentlich eine kleine Family. Dann hat man gemerkt: `Gut, wir produzieren ständig in anderen Tonstudios, lass uns doch mal gucken, kann man nicht ein eigenes Tonstudio einbauen.` So ist es mit den Schnittplätzen gekommen und irgendwann hast du dann einen Apparat, wo du plötzlich merkst: `Hey, du kannst die ganze Nachbearbeitung in dem Film...`
    Koschwitz (unterbricht): Und so ist es dann mit dem Film passiert? Der ganze Film ist bei Ihnen in der Firma nachbearbeitet worden?

    Bully: Ja, außer die Geschichten, die man eben fürs Kino dann machen muss, wie Kinomischung, oder... wir haben noch kein eigenes Kopierwerk, das bedaure ich sehr (lacht).

    Koschwitz: Mit wievielen Kopien gehen Sie raus?
    Bully: Ich hab mal gehört, ich bin richtig erschrocken mit über 500 und das ist richtig viel.

    Koschwitz: Ich drücke die Daumen und danke für den Besuch.

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    Meine Fotos von Michael Bully Herbig

    Diese Fotos entanden bei der Aufzeichnung der Bullyparade 1999 und werden mit dem Einverständnis von Michael "Bully" Herbig hier veröffentlicht

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    Bully bei BAYERN 3 

     Januar 1999)

    Bully, der Star aus der "Bully-Parade" auf Pro Sieben schaute bei uns vorbei - und verbreitet das absolute Chaos. Der Mann, der als Kind schon gerne stark wie ein Bulle sein wollte, es aber nur zu einem kleinen "Bully" geschafft hat, surft regelmäßig im Internet und ist auch selbst mit seiner eigenen Homepage. Dort gabe es kleine Spiele, einen Erotikbereich für die einsamen Stunden, so richtig nach seinem Geschmack und auch einen kleinen Bauchladen gibt es. Natürlich dürfen auch die Highlights der großen "Los Tapetos" Welttournee, die aus organisatorischen Gründen auf ein Konzert in München beschränkt war, nicht fehlen. Und dann gibt es da ja noch die Seite http://www.bully.de/ - hier finden wir allerdings nichts aus seinem Privatleben, sondern einen Spielfigurenhändler, der kleine Bully-Figuren zum Spielen anbietet. Doch worüber kann Bully im Internet lachen? Eine seiner Lieblingsseiten hat er zum Beispiel per Zufall gefunden. Als er mit seinem Ellenbogen an der Tischkante aneckte, von starken Schmerzen gepeinigt im Schockzustand "Weh weh weh" in verkürzter Form (also www) in den Browser eingab und anschließend auch noch sein Ausruf "Autsch" diesem anschloß, kam er gleich auf die Seiten von - ja richtig - http://www.autsch.de/. 

    Neben makaberen Bildern von Bushaltestellen und von seiner Art der modernen Yoga-Übungen haben es ihm besonders die kuriosesten Meldungen von angeblichen Versicherungsopfer angetan.

    Bully hat, was viele noch nicht wußten, ja auch noch einen sehr jähzornigen Bruder in den USA. Diesen hat er mit einer versteckten Webcamera aufgenommen, als dieser nicht hundertprozentig mit der Leistung seines PCs einverstanden war... die Restes des Computers liegen noch immer im ganzen Büro verteilt. Den passenden Film und weiter Kuriositäten gibt es bei com! zu sehen.

    Dann war da ja noch die Sache mit der Beschwerde! Bully hatte ja schon davon gehört, daß es im Internet nicht immer "moralisch einwandfrei" zugeht, aber was er auf der folgenden Seite entdeckt hat, geht selbst diesem weltoffenen Bürger Bully zu weit. Purer, gemeiner Sex von Stühlen - aufgedeckt von den härtesten Fotografen der Welt. Outdoor-Sex von Gartenstühlen oder auch Erotik im Büro, diesen Seiten ist nichts zu hart.

    Ein großes Vorbild von Bully war schon immer Captain James T. Kirk oder wie Bully ihn liebevoll nennt: Willy Shatner. Und Bully hat einige begehrte Sammlerstücke aus dem Internet gefunden. Was selbst eingefleischte Treckies noch nicht wußten - William Shatner hat sich vor vielen Jahren als Sänger versucht. Zum Glück konnte man ihm bald von diesem grausamen Vorhaben wieder abbringen, was dieser Song beweist.

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    Bullys Weg ins Kino

    von Patrick Heidmann 2001

    Am 19. Juli startet "Der Schuh des Manitu", der Film von und mit Michael "Bully" Herbig, dem Erfinder der Kult - Comedyshow "Bullyparade". Klammheimlich hat sich in den letzten Jahren die "Bullyparade" auf Pro7 zu einer der erfolgreichsten, überraschendsten und witzigsten Comedy-Shows des deutschen Fernsehens entwickelt. Nun kommt der passende Film in unsere Kinos: "Der Schuh des Manitu", der auf den Winnetou-Sketchen der TV-Sendung basiert. 

    meOme: Wann entstand die Idee, diesen Film zu drehen?
    Bully: Zum ersten Mal kam die Idee eigentlich vor knapp drei Jahren, als wir für die "Bullyparade" die ersten Winnetou-Sketche gemacht haben. Das hat bei den Zuschauern gut funktioniert, gerade dieser Südstaaten-Slang. Das ist ja gar nicht an den Haaren herbeigezogen, dass die Dialekt sprechen. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie man den Südstaaten-Slang ins Deutsche interpretieren könnte. Und da blieb dann letztlich nur eine Konsequenz: Bayerisch!

    meOme: Warum hast du denn gerade diesen Sketch zum Spielfilm ausgebaut, und nicht beispielsweise das "(T)Raumschiff Enterprise"?
    Bully: Das "(T)Raumschiff" gab es in der ersten Staffel noch gar nicht, als ich schon mit dem Film-Gedanken gespielt habe. Und der Western ist einfach ein Genre, das mir persönlich sehr viel Spaß macht. Vor fünf Jahren habe ich auch mal daran gedacht, einen richtig schönen Monumentalfilm à la "Ben Hur" zu machen, doch dann kam "Gladiator". Aber einen Western habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen im Kino, vor allem keinen deutschen. Also dachte ich, man könnte ja mal versuchen, in die Fußstapfen von Sergio Leone und Karl May zu treten.

    meOme: Was macht den Film zu einem Film? Was unterscheidet ihn von einem langen Sketch?
    Bully: Dass er historisch die amerikanische Geschichte aufbereitet und mit Vorurteilen aufräumt. Zum Beispiel die Blutsbrüderschaft. Da kennen wir ja nur Winnetou und Old Shatterhand. Aber meine Mission war es zu zeigen: Es wimmelte damals nur so von Blutsbrüdern. Das war eine Art Vorreiter von Piercing und Branding. Das war ein soziales Muss. Wenn man ein weißer Mann einem roten Mann oder umgekehrt das Leben gerettet hatte, dann war der soziale Druck so groß, dass man einfach Blutsbrüder werden musste – das ist vergleichbar mit einer heutigen Ehe. Außerdem spielt der Film ja kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, und da gibt es ja auch noch viele Wissenslücken. Ich finde deswegen eigentlich auch, dass der Film in Schulen im Unterricht gezeigt werden könnte, um den deutschen Jugendlichen die amerikanische Geschichte etwas näher zu bringen. Das Ganze ist halt noch ein wenig aufgepeppt mit der ein oder anderen Pointe.

    meOme: Wie schwer ist es eigentlich, die Grenze zwischen absurdem Humor und platten, dummen Gags zu finden?
    Bully: Da gibt's natürlich keine Regel. Zunächst mal ist es eine Sache des eigenen Empfindens. Aber das ist natürlich auch sehr stimmungsabhängig. Wenn ich zum Beispiel in diesem Stadium der völligen Übermüdung bin, in dem man richtig albern wird, dann lache ich über Dinge, die ich am nächsten Vormittag völlig bescheuert finde. Und es gibt auch Sketche, die wir in so einem Zustand schreiben, da liegen wir dann in dem Moment unterm Tisch vor Lachen. Aber dann schaut man sich das eine Woche später noch mal an und denkt: "Das ist so doof, das kann man überhaupt nicht drehen." Manchmal traue ich es mich dann doch zu drehen, und das sind dann meistens die Sketche, bei denen die Zuschauer dann mit einem großen Fragezeichen vor dem Fernseher sitzen. Aber das macht ja auch Spaß. Die vielzitierte Gürtellinie und Schmerzgrenze ist ja auch variable und bei jedem verschieden. Natürlich gibt es gewisse Dinge, über die ich keine Scherze machen würde, weil ich finde, dass man das nicht machen muss. Aber als Grundregel sage ich mir immer: Wenn die Opfer – also die, über die ich mich lustig mache – auch über den Witz lachen können, dann kann es nicht verkehrt sein.

    Gab es denn schon Beschwerden? Von Schwulen zum Beispiel, die du ja auch in "Der Schuh des Manitu" parodierst?
    Im Gegenteil. Das "(T)Raumschiff" hat ziemlich viele schwule Fans. Die halten uns aber auch oft sowieso für schwul. Wir werden auch ständig zu schwulen Parties und Veranstaltungen eingeladen. Ich würde da auch hingehen, aber leider fehlt dann doch meistens die Zeit.

    meOme: Wo wurde "Der Schuh des Manitu" gedreht?
    Bully: Wir haben ziemlich lange gesucht, um die passende Kulisse zu finden, denn sie sollte authentisch aussehen und nicht wie eine schlechte Kopie des Wilden Westens. Irgendwann sind wir dann auf Almeria in Spanien gestoßen. Dort hat schon Sergio Leone die meisten seiner Western gedreht - und es war für unsere Zwecke perfekt.

    meOme: Wie bist du auf die Schauspieler gestoßen, die nicht zum "Bullyparaden"-Team gehören – wie Marie Bäumer aus "Männerpension"?
    Bully: Marie kannte ich vorher gar nicht. Aber dann habe ich sie in Hamburg bei einer Pressekonferenz von RTL gesehen. Ich hatte dort meinen Film "Die Bademeister" vorgestellt und sie "Latin Lover". Als sie auf die Bühne kam, wusste ich sofort: Das ist Uschi! Ich habe mir dann noch eine Kassette von ihrem Film geben lassen und war danach endgültig überzeugt. Also habe ich ihr das Drehbuch geschickt und sie hat auch sofort zugesagt. Einige Leute waren anfangs nicht so begeistert, weil Marie gar keine Erfahrung mit Comedy hatte und viele lieber jemanden wie Verona Feldbusch engagiert hätten. Aber für mich gab es keine Alternative. Mit Sky Du Mont war es das gleiche. Schon beim Schreiben des Drehbuchs hatte ich ihn nach ein paar Seiten als Santa Maria im Kopf. Und ich war überrascht, wie begeistert er später von der Idee war.

    meOme: Warum hast du die extreme Mehrfachbelastung von Hauptrolle, Regie, Drehbuch und Produktion auf dich genommen?
    Bully: Auf jeden Fall nicht, um ins "Guiness Buch der Rekorde" aufgenommen zu werden. Zunächst war gar nicht geplant, dass ich auch die Regie übernehme. Ich hatte schon meinen Wunsch-Regisseur gefunden. Aber dann gab es einige Schwierigkeiten mit der Planung des Films, und die Dreharbeiten wurden immer wieder verschoben. Es war nicht mal sicher, ob "Der Schuh des Manitu" überhaupt noch gedreht werden konnte. Deswegen habe ich meinem Wunschregisseur gesagt, er soll lieber nicht fest damit rechnen und ruhig andere Angebote annehmen. Natürlich hat er dann für einen anderen Film unterschrieben, und kurz später entschied sich, dass unser Film jetzt doch gedreht wird. Also habe ich die Regie einfach selbst übernommen. Das war natürlich sehr anstrengend, aber auch sehr schön, denn so ist es hundertprozentig mein Film.

    meOme: Kürzlich hast du für den Disney-Film "Ein Königreich für ein Lama" als Synchronsprecher gearbeitet. War das ein einmaliges Ereignis?
    Bully: Eigentlich schon. Ich hatte nie vor, mal Synchron zu sprechen, und es war auch kein Erlebnis, das mich jetzt wahnsinnig vom Hocker gerissen hätte. Aber wenn Disney anruft, sagt man natürlich nicht nein. Es ist schon etwas ganz Besonderes einen Disney-Zeichentrickfilm zu synchronisieren.

    meOme: Und wie geht es mit der "Bullyparade" weiter?

    Bully: Ich bin der Meinung, dass man aufhören sollte, wenn es am schönsten ist. Noch haben alle Spaß, das Publikum und wir. Also wäre nach der nächsten Staffel ein guter Zeitpunkt, Schluss zu machen. Ich will nicht ewig warten, bis es am Ende nervig wird. Aber mal sehen. Wenn der Stress mit "Der Schuh des Manitu" vorbei ist, werden wir uns mal hinsetzen und zusammen darüber nachdenken, wie lange es noch weiter gehen soll. Und was danach kommt, wird man sehen.

    meOme: Vielen Dank für das Gespräch!

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    Spaßmacher von Beruf

    Bayernstar „Bully“ alias Michael Herbig kommt vom Freistaat ins TV 1997 von Fabian Drebesnach 

    Eigentlich macht er nur das, was ihm Spaß macht. Unverständlich für ihn, daß das allen Spaß macht. Doch Spaß kennt bekanntlich keine Grenzen. Wir reden hier über Spaß von „Bully“ alias Michael Herbig - dem neuen Spaßvogel am Deutschen Komikhimmel. Gestartet hat die Karriere des Münchners vor vier Jahren beim Radiosender Gong 96,3. Dort strapazierte der 28jährige mit der täglichen Show „Langemann und die Morgencrew“ die Lachmuskeln seiner Hörer. Da ihm die Arbeit so viel Spaß machte, folgten Sendungen wie „Die Franken Cops“, „Brinksteins Firma“, oder „Die Bayern Cops“, die 1996 mit dem BLM-Hörfunkpreis für die beste Comedy-Reihe ausgezeichnet wurde. 1995 wechselte „Bully“ den Sender - nun Energy 93,3 - doch die Lacher blieben.

    So ist „Bully´s Late Night Show“ mittlerweile sogar bundesweit zu hören. Doch was man hören kann, will man auch sehen. Deshalb fuhr „Bully“ mit dem Bus zum Fernsehen und sorgt seitdem mit „Die Männer von der Isar 3“ auf tv.München für omnipräsenten Superspaß. Außerdem gründete das Multitalent die Parodien-Band „Bully & die Schlauen“. „Klingt spaßig“, wird sich der geneigte Leser denken, „doch who the fuck is „Bully“?“ Spätestens ab dem 15.3.97 sollte ihn jeder kennen: Immer Samstags um 19.45 Uhr auf Pro Sieben spielt die „Bullyparade“. Eine Comedysendung voll Tapeten, Mützen, Cord und jeder Menge Gelb. Licht aus, Spot an, hier kommt „Bully“.

    SUBWAY: Wer ist Bully?

    „Bully bin ich. Man hat mir gesagt, daß ich irgendwann angeschwemmt wurde. Damals trug ich eine braune Cordhose. Darüber war ich sehr glücklich, und bin bis heute meinen Cordhosen treu geblieben. Ich bin auch immer unterwegs mit meiner Tapete, ohne Tapete gehe ich nicht aus dem Haus.“

    Bully kennt man vom Eishockey und als englische Bezeichnung für Tyrann. Bist Du eine Mischung aus beidem?

    „Es gibt auch eine englische Bezeichnung für Rinderpöckelfleisch. Hat aber mit all dem nichts zu tun. Kommt eigentlich von Bulle. Da ich aber etwas kleiner bin, war ich nie ein Bulle, sondern ein Bully.“

    In Bayern bist Du ein Megastar...

    Das tut mir fürchterlich leid, ich wollte da nie so einen Wirbel machen. Aber es ist irgendwie passiert. Ich singe gerne. Zwar nicht gut, dafür aber laut. Und in meiner deutschlandweiten Radiosendung „Energy National“ sogar live. Ich habe da meine Band: die Schlauen. Die setzt sich zusammen aus Besserwisser, Klugscheißer und Schlaumeier

    Beschreib mal Deinen Humor... 

    Lustig. Das ist oft unfreiwillig und wirklich nicht mit Absicht. Ich wundere mich auch, worüber manche Leute lachen, obwohl ich etwas ernst meine. Da bin ich dann ein wenig irritiert. Ab und zu ist das auch sehr frustrierend. Das war aber schon immer so. Selbst in der Schule mußte ich in der ersten Reihe sitzen, denn die anderen wollten nach hinten. Meine Mutter hat mir damals mit Spucke den Scheitel hingemacht, und ich mußte auch immer Pullunder tragen. Das prägt irgendwann. Meine einzige Hoffnung war damals mein Gelbautomat. Ich liebe Gelb. Denn Gelb ist Macht. Gelb stinkt nicht. Gelb regiert die Welt. Deshalb hab ich zuhause einen Gelbautomaten. Wenn ich mal kein Gelb mehr habe, ziehe ich mir da frisches. Verteile ab und zu Gelbscheine oder Trinkgelb. Neben Gelb ist mir Cord und meine Tapete sehr wichtig. Ansonsten spiele ich in meiner Freizeit gerne Tippkick. Das ist irre. Spiele ich sogar alleine, dann gewinne ich meistens.“

    Im neuen Playboy ist übrigens ein langer Artikel über Tippkick...

    Ist das wahr. Aber ob ich mir den holen soll? Na ja, dann kaufe ich mir noch ein Snickers dazu, damit es nicht so auffällt. Ansonsten spiele ich auch gerne Malen nach Zahlen, das beruhigt ungemein, da kann man sich auf einiges vorbereiten. Und ich stehe auf Federball. Allerdings spiele ich das auch immer alleine.“

    Du hast über 1.500 Sendungen gemacht. Woher nimmst Du Deine Ideen?

    „Das Leben ist eine reine Real-Satire. Man muß den Leuten einfach einen Spiegel vorhalten, dann lachen die schon. Einfach mal einen Tag mit der S-Bahn durch die Gegend fahren, ab und zu auch mal Straßenbahn. Ich kaufe mir dann immer ein Tagesticket. Ist auf Dauer auch günstiger, kann ich nur empfehlen. Dann muß man einfach nur die Leute beobachten und erlebt schöne Geschichten.“

     Wolltest Du schon immer zum TV?

    „Das war eher Zufall. Ich mache grundsätzlich Dinge, die Spaß machen. Wenn mich Leute so fragen, was ich denn mache, weiß ich auch nie eine Antwort. Ich habe jetzt auch eine original „Bully-Bummwollmütze“ auf den Markt geworfen. Das hat mir auch Spaß gemacht. Ich habe die da selber draufgeworfen. Ich stand also auf dem Markt und habe da die Mützen verteilt. Das hat den Leuten gefallen, denn es war sehr kalt in der letzten Zeit. Und die Mützen sorgen dann doch für heiße Ohren. Wir planen auch eine „Los Tapetos Tour 1997“. Ich habe ein Lied über meine Tapete geschrieben und damit es auch international verstanden wird, haben wir eine mexikanische Version davon gemacht, das hieß dann „Los Tapetos“.“

    Meinst Du die Leute verstehen Dich und Deinen Humor?

    „Ich hoffe, daß sie mich verstehen. Vorausgesetzt sie sprechen meine Sprache. Bei meinem Humor ist das immer so eine Sache. Ich werde mir Mühe geben, daß sie mir folgen können, das wird aber auch nicht so schwer sein.“

    So, dann bin ich mit meinen Fragen auch schon am Ende...

    „Oh, schon? Dann gehe ich jetzt erstmal Mittag machen. Und grüß mir mal schön alle Leser von mir und auch von meinem Hirsch Edgar. Der ist mir zugelaufen und auch immer in meiner Radioshow dabei. Wir haben dann daraus ein Gewinnspiel gemacht: „Wie oft röhrt mein Hirsch?“ Der geht auch immer mit mir Gassi. Früher fuhr ich Ketcar, heute reit ich Edgar.“

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